Wegen Hexerei verstoßen: Entwicklungshelferin rettet Hope (2) in Nigeria vor dem Tod

15. April 2016 - 13:32 Uhr

"Wir haben schon Folter von Kindern gesehen, tote Kinder und stark verängstigte"

Manchmal fehlen einem einfach die Worte, wenn man schlimme Bilder sieht. Genauso geht es einem, wenn man die Fotos des zweijährigen Jungen Hope aus Nigeria betrachtet. Er wurde von seinen Eltern verstoßen, sie warfen ihm vor, ein Hexer zu sein. Wohl acht Monate hat der Kleine alleine auf der Straße überlebt und sich von Essensresten ernährt. Mit nur zwei Jahren kämpft er sich durch, bis die dänische Entwicklungshelferin Anja Ringgren Lovén ihn findet.

Sie sagt, Hopes Schicksal sei kein Einzelfall: "Tausenden Kindern wird vorgeworfen, eine Hexe zu sein. Wir haben schon Folter von Kindern gesehen, tote Kinder und stark verängstigte." Sie möchte, dass genau diese Informationen an die Öffentlichkeit gelangen, um Aberglaube in Nigeria zu bekämpfen.

Als die Dänin Hope findet, versorgt sie ihn zuerst mit Wasser, wickelt ihn in eine warme Decke und bringt ihn schnell ins nächste Krankenhaus. Dort bekommt er Medikamente gegen Würmer und täglich eine Bluttransfusion. Als Anja im Netz um Spenden bittet, um für Hopes medizinische Behandlung zu zahlen, kommen schnell über 130.000 Euro zusammen. Mit dem Geld möchte sie Hope die bestmögliche Behandlung bezahlen und außerdem eine kleine Klinik bauen, um noch mehr Kindern zu helfen.

Wenn Hope etwas kräftiger ist, kann er in einem Waisenhaus leben. Auf Anjas Webseite 'dinnoedhjaelp.dk' steht: "Die Kinder bekommen dort viel Aufmerksamkeit, medizinische Versorgung, ein Zuhause und können in die Schule gehen. So sollen die Kinder zu starken und unabhängigen Menschen werden." Hope selbst ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Anja Ringgren Lovén möchte die Bilder für sich selbst sprechen lassen. Ihre Fotos sehen Sie im Video.