Seine Angst ist zu groß

Wegen Hass-Kommentaren und Beleidigungen: Fußballprofi Josh Hope (22) will nicht mehr spielen

Josh Hope
Josh Hope (rechts) spielte seit zuletzt für Melbourne Victory
picture alliance

Spieler erträgt „Fan“-Hass nicht mehr

Wenn ein 22-jähriger Fußballprofi seine Karriere beendet, dann ist normalerweise eine schwere Verletzung Schuld. Josh Hope, der in Australiens höchster Liga für Melbourne Victory kickt, hat einen anderen Grund: Er erträgt den Hass von „Fans“ in den sozialen Netzwerken nicht mehr. Seit Monaten wird der Australier online beschimpft – weil er Anfang 2019 einen Elfmeter verursacht hatte.

Fußballer hatte sogar Angstzustände

„Fußball ist ein so großer Teil meines Lebens, seitdem ich denken kann. Aber es ist Zeit, es erstmal zu beenden. Es ist nicht alles eitel Sonnenschein, und ich möchte meine Erfahrungen teilen“, schreibt Hope in einem langem Statement. „Wir sind nicht nur irgendwer aus dem Fernsehen, wir sind Menschen, genau wie jeder andere“, erklärt er.

Seit fast zwei Jahren wird Hope über die sozialen Netzwerke massiv angegangen und beleidigt. Der Auslöser: Im Januar 2019 stoppt der Mittelfeldspieler beim Spiel gegen Wellington Phoenix einen gegnerischen Stürmer mit einer Notbremse – er verursacht einen Elfmeter. Die Wut der Fans ist grenzenlos, auch Monate später bekommt Hope Nachrichten mit Beleidigungen und Drohungen.

„Einer sagte, sie würden mich umbringen, wenn mir das nochmal passiere“, erzählte er dem Sportportal „sportbible.com“.

Eine Situation, der sich der 22-Jährige nicht weiter aussetzen will. „Die Angstzustände waren absolut verrückt, ich hätte nie gedacht, dass ich an so einen Punkt kommen würde“, erklärt er in seinem Statement.

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Hope lässt Vertrag auslaufen

Eine zusätzliche psychische Belastung sei außerdem die Corona-Pandemie, die ihn dazu bewegt habe, keine neuen Vertragsverhandlungen mit seinem Club zu führen – und sich erst einmal aus dem Profi-Fußball zurückzuziehen.

„Das ist die härteste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe“, gibt Hope zu. Es soll aber womöglich kein Rücktritt für immer sein. „Ich hoffe, dass ich stärker zurückkehre.“ Er wolle seine Karriere nicht komplett beenden und habe die „volle Absicht“, zurückzukommen – wann immer er sich bereit fühlt.