Wegen Melbourne-Absage

F1-Reifenhersteller Pirelli muss 1.600 Pneus verbrennen

imago sp 060613400012 13750161.jpg
imago sp 060613400012 13750161.jpg
© imago sportfotodienst

18. März 2020 - 11:02 Uhr

Reifen-Chaos durch Absage

Die kurzfristige Absage des F1-Saisonauftaktes in Melbourne trifft auch Reifenhersteller Pirelli hart. Insgesamt 1.600 Pneus hatten die Italiener in den Albert Park gebracht. Diese können nicht mehr benutzt werden.

Verbrennung in Zementfabrik

Der Grund, warum die Reifen ein Fall für die Tonne sind, sind die Felgen. Einmal aufgezogen, kann das Gummi nicht mehr ohne Beschädigungen von ihnen getrennt werden. Die Reifen müssen dann entweder verwendet oder vernichtet werden.

Wegen der kurzfristigen Absage des Australien-GP (erst kurz vor dem Start des 1. Freien Trainings) hatten die Pirelli-Mechaniker die Reifen bereits auf die Felgen gezogen. Da zudem bei Überseerennen Reifen (Pirelli-Logistik) und Felgen (Teamlogistik) immer getrennt voneinander transportiert werden, mussten die Gummis zum Abtransport wieder abgezogen werden. Jetzt bleibt nur noch das Verbrennen.

"Wir zerkleinern sie erst einmal. So passen sie platzsparender in weniger Container. Und dann gehen sie zurück nach Großbritannien, wo wir sie in einer Zementfabrik bei Didcot recyceln. Die Reifen werden dort bei hoher Temperatur verbrannt. Damit schaffen wir Energie, aber keine Luftverschmutzung", erläuterte Pirelli-Sportchef Mario Isola den Ablauf der Vernichtung bei Motorsport-Total.com.

Pneus für Bahrain und Vietnam nicht betroffen

Doch was passiert mit den Reifen für die ebenfalls abgesagten Rennen in Bahrain und Vietnam? "Die Pneus befinden sich (vor Ort) in Containern mit Temperaturregelung. Es ist also, als würden sie in einem Warenhaus liegen. Für die Reifen macht das keinen Unterschied. Und wir können sie bei Änderungen im Kalender noch verwenden." Zumindest ein kleiner Trost für die gebeutelten Italiener.