Wegen Erhöhung und Corona: Fast 20 Prozent mehr Wohngeld

Blick auf ein Wohngebiet. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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01. Juni 2020 - 13:00 Uhr

Die Corona-Krise und die Wohngelderhöhung zu Jahresbeginn haben die Wohngeldzahlungen in Mecklenburg-Vorpommern um 19 Prozent ansteigen lassen. In diesem Jahr seien bislang 19 Millionen Euro an Haushalte mit entsprechend geringem Einkommen überwiesen worden, teilte das zuständige Infrastrukturministerium in Schwerin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Das seien drei Millionen Euro mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Auszahlung des Wohngeldes für Juni gehe an rund 22.000 Haushalte. Im Juni des vergangenen Jahres seien es 20.600 gewesen.

Die Wohnungswirtschaft bewertete den Anstieg der Wohngeldzahlungen als Beleg dafür, dass das Systeme funktioniert. "Wohngeld ist der Krisenindikator", erklärte der Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner, am Montag. "Wenn die Zahlungen zunehmen, zeigt das, dass unser System funktioniert." Den von der Corona-Pandemie betroffenen Menschen werde auf diesem Wege am schnellsten geholfen. "Das macht in den betroffenen Haushalten sicher nicht alles wieder gut, nimmt den Menschen aber zunächst einmal die größten Sorgen."

Die im VNW organisierten Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften hatten vom Anfang der Krise an auf staatliche Hilfen für in Not geratene Mieter verwiesen. Eine Stundung der Miete könne nur der letzte Schritt sein, so Breitner. Schließlich müsse das Geld später nachgezahlt werden, was bei Sozialleistungen nicht der Fall sei.

Offen ist, wie sich der Wohngeldbedarf in MV in diesem Jahr entwickeln wird. Es könne nicht vorhergesagt werden, wie sich die Corona-Pandemie auf die Antrags- und Bewilligungszahlen auswirken werde, sagte eine Ministeriumssprecherin in Schwerin. Dies hänge maßgeblich von der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Monaten ab. Bei Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit fehlen in vielen Familien Teile des Einkommens.

Quelle: DPA