Wegen Erdogan: Berlin übernimmt Türkisch-Unterricht an Grundschulen

Türkisch-Unterricht an Grundschulen. Foto: Symbolbild
Türkisch-Unterricht an Grundschulen. Foto: Symbolbild
© dpa, Peter Steffen, pst ari hoh pzi uk axs jol

13. Februar 2018 - 11:50 Uhr

Mehr Einfluss auf Lehrstoff

Die Schulverwaltung in Berlin bietet seit dieser Woche an einigen Grundschulen Türkisch-Unterricht an. Damit reagiert das Land auf die Kritik am Sprachunterricht für die Kinder im Auftrag des türkischen Generalkonsulats. Das steht seit längerem in der Kritik. Zu tun hat das Ganze auch mit dem Einfluss des türkischen Präsidenten Erdogan.

20 Grundschulen in Berlin bieten Türkisch an

Türkisch an Grundschulen. Über dieses Thema wurde in der Vergangenheit schon mehrfach kontrovers diskutiert und stieß bei Gegnern vor allem in den sozialen Netzwerken zum Teil auf heftige Kritik. Jetzt steigt das Land Berlin ein – allerdings aus anderen Gründen, als im Zuge der Flüchtlings- und Integrationsdebatte häufig angemerkt. Die Berliner Bildungsverwaltung sieht das Projekt an 20 Grundschulen nämlich als Alternative zum Türkisch-Unterricht am Generalkonsulat. Viele Eltern hatten berichtet, der Unterricht sei dort konservativ und nationalistisch sowie sehr geprägt durch Erdogan-treue Kräfte. Dem soll nun entgegengewirkt werden.

Signal für Migrations-Familien

Die Grundschüler werden jetzt zwei Stunden pro Woche in Arbeitsgemeinschaften von Lehrern des Landes Berlin unterrichtet. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) verspricht sich davon auch ein Signal an Familien mit Migrationshintergrund, dass deren Herkunftskultur und -sprache auch in Deutschland anerkannt wird. Allerdings dann ohne politischen Einfluss der Erdogan-Regierung. Das Angebot soll im kommenden Schuljahr auf interessierte Schulen in Berlin ausgeweitet werden.