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Decke in Berliner Schule eingestürzt – zum Glück waren Herbstferien

06. November 2017 - 11:16 Uhr

Sind Deutschlands Schulen so marode, dass sie einstürzen?

Niemand befand sich im Gebäude der Carlo-Schmidt-Oberschule in Berlin Spandau, als die Decke im Foyer einfach einstürzte. Nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn sich die Verkleidung während des normalen Schulbetriebes gelöst hätte. Doch sind deutsche Schulgebäude tatsächlich so marode, dass sie sogar einsturzgefährdet sind? Wie dramatisch der Zustand der Schulen wirklich ist, sehen Sie in unserem Video.

Plötzlich lag die komplette Deckenverkleidung auf dem Boden

Eingestürzte Decke im Foyer der Carlo-Schmidt-Oberschule in Berlin Spandau
In der Carlo-Schmidt-Oberschule in Berlin sah es aus wie nach einem Erdbeben
© Copyright 2009

Das gesamte Foyer der Carlo-Schmidt-Oberschule ist verwüstet, als der Hausmeister am Montagmorgen, den 30. Oktober, das Gebäude betritt. Es sieht aus wie nach einem Erdbeben. Hunderte Trümmerteile liegen auf dem Boden. Die Deckenverkleidung ist komplett abgerissen. Am Freitag, als er die Schule verlassen hatte, sei noch alles in Ordnung gewesen, berichtete der Hausmeister dem 'Tagesspiegel'.

Was war in der Carlo-Schmidt-Oberschule passiert?

Geplatzter Schlauch einer Augendusche an der Carlo-Schmidt-Oberschule in Berlin Spandau
Geplatzter Schlauch im Chemielabor der Carlo-Schmidt-Oberschule
© Copyright 2009

Nach dem Grund für die Verwüstung musste nicht lange gesucht werden. In einem Chemieraum im dritten Obergeschoss war der Schlauch einer Augendusche geplatzt. Eine solche Dusche ist Standard in jedem Schulgebäude. Eingesetzt wird sie, um in einem Notfall schnell die Augen oder das Gesicht spülen zu können.

Wahrscheinlich über das gesamte Wochenende bahnte sich das Wasser seinen Weg durch die komplette Schule. Während im restlichen Gebäude nur geringe Wasserschäden entstanden, saugte sich die Deckenverkleidung im Foyer komplett mit Wasser voll. Die Platten wurden so schwer, dass die Deckenkonstruktion sie nicht mehr halten konnte.

"Glücksfall, dass sich niemand in der Halle befunden hat"

Menschen waren zu keiner Zeit in Gefahr. Es ist sogar wahrscheinlich, dass der Schaden im laufenden Schulbetrieb so früh aufgefallen wäre, dass die Decke gar nicht erst eingestürzt wäre. "Trotzdem ist es natürlich ein großer Glücksfall, dass sich zu dem Zeitpunkt niemand in der Halle befunden hat", so der verantwortliche Schulstadtrat, Helmut Kleebank. Warum der Schlauch im dritten Obergeschoss platzte, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden. Wahrscheinlich sei jedoch das wohl ermüdete Material der Grund gewesen.

Schulbetrieb beginnt bereits am Mittwoch wieder

Materialermüdung - kein unbekanntes Problem an der Carlo-Schmidt-Schule. Nach diversen Wasserschäden in der Vergangenheit wird derzeit das Dach des Gebäudes repariert. Zudem finden Verbesserungen des Brandschutzes statt. Laut Elternvertreter nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Insgesamt wird der Sanierungsbedarf an dem Gebäude nach Angaben des Schulstadtrats auf 17 Millionen Euro geschätzt. Das Foyer wird nun für rund 2,5 Millionen Euro saniert werden müssen. Die Arbeiten werden wohl drei bis vier Wochen andauern.

Der Schulbetrieb wird jedoch schon am Mittwoch wieder aufgenommen werden - nur zwei Tage später als eigentlich geplant. In einem Schreiben an die Schüler und Lehrer erklärt das Bezirksamt Spandau, dass keinerlei Sicherheitsbedenken bestünden.

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