Wegen defekter Leitung auf Ölfeld ermittelt

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31. Juli 2019 - 17:00 Uhr

Nach der möglichen Umweltgefährdung auf einem Ölfeld in Emlichheim hat auch die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Die entsprechende Anzeige stamme vom Erdölproduzenten Wintershall Dea selbst, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Alexander Retemeyer, am Mittwoch. "Die Ermittlungen führt die Polizei in Lingen für uns." Zuerst hatten die "Grafschafter Nachrichten" über die Ermittlungen berichtet.

Auf dem Ölfeld in Emlichheim an der Grenze zu den Niederlanden besteht der Verdacht, dass bis zu 220.000 Kubikmeter salziges Lagerstättenwasser aus der Einpressbohrung 132 in den Untergrund eingedrungen sind. Ursache sind Korrosionsschäden am Rohrsystem des Bohrlochs. Die Bohrung dient dazu, Wasser aus der Lagerstätte des Erdölfeldes, das zusammen mit dem Öl nach oben gefördert wurde, zurück zur Lagerstätte zu pressen. Seit Oktober 2018 ist die Bohrung außer Betrieb. Der mögliche Defekt der Leitung wurde im März öffentlich gemacht.

Korrosion gebe es auch an einer anderen Bohrstelle, aber noch keine Hinweise darauf, dass auch dort Lagerstättenwasser ausgetreten sei, teilte das Landesbergamt mit. Bis zum 5. August müssen laut Anordnung des Wirtschaftsministeriums alle Einpressbohrungen in Niedersachsen kontrolliert werden.

Derzeit wird in Emlichheim parallel zur beschädigten Bohrstelle eine weitere Bohrung in den Boden getrieben. Sie soll zur genaueren Erkundung des Schadensausmaßes dienen, als Grundwassermessstelle und sie soll auch dazu genutzt werden, das Lagerstättenwasser aus dem Bereich abzupumpen. Bis Ergebnisse dieser Erkundung vorliegen, wird es nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mehrere Wochen dauern. Am 16. August will wegen der Problematik auch Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) das Ölfeld in Emlichheim besuchen.

Das Wirtschaftsministerium kündigte außerdem für diese Woche eine kurzfristige Information der Landtagsfraktionen über die Probleme in Emlichheim an. Außerdem sollten die Landtagsgremien eingebunden werden. Die Grünen-Fraktion hatte am Vortag eine Sondersitzung des Umwelt- und Wirtschaftsausschusses verlangt.

Quelle: DPA