Vorsichtsmaßnahme wegen Coronavirus

Schulen und Kitas geschlossen: Das müssen Eltern jetzt wissen!

14. März 2020 - 14:03 Uhr

Bundesländer schließen Schulen und Kitas vorsorglich

Als erstes Bundesland hat das Saarland die Schließung aller Schulen und Kindertageseinrichtungen ab Montag bekannt gegeben. Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen sind inzwischen nachgezogen. Kindergärten, Schulen und Kitas bleiben bis zum Beginn der Osterferien geschlossen. Weitere Bundesländer werden voraussichtlich folgen - um zu verhindern, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet. In Halle sind die Einrichtungen bereits dicht. Wir haben eine betroffene Familie besucht und erklären, welche Rechte berufstätige Eltern haben und worauf sie jetzt achten müssen.

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Schulschließungen reine Vorsichtsmaßnamen

Um zu verhindern, dass weitere Menschen an dem Coronavirus erkranken und um die Infektionskette zu unterbrechen, hat Deutschland Vorkehrungen getroffen. Dazu gehört auch, dass in immer mehr Regionen Einrichtungen schließen, in denen sich viele Menschen aufhalten - wie zum Beispiel Kindergärten und Schulen. Viele Eltern fragen sich nun, was sie in einem solchen Fall tun können, um die Betreuung ihrer Kinder weiter zu garantieren.

Grundsätzlich müssen Eltern in einem solchen Fall trotzdem zur Arbeit gehen, sagt Volker Görzel, Fachanwalt für Arbeitsrecht: "Es ist meine Aufgabe – als Mama oder Papa – für Ersatz zu sorgen. Wenn sich niemand findet, muss ich Urlaub nehmen."

Das Problem beim Coronavirus: Als Ersatz springen sonst Oma oder Opa ein, aber gerade ältere Menschen sind bei dem Coronavirus besonders gefährdet.

Was tun, wenn der Urlaub aufgebraucht ist?

Eine offizielle Rechtsprechung im Fall des Coronavirus gibt es nicht – dafür ist die Infektionswelle noch zu neu. Ist aber nachweislich keine Betreuung für die Kinder zu finden, ist es den Eltern im Notfall auch erlaubt, zu Hause zu bleiben. Hier hilft Paragraph 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) weiter: Wer ohne eigenes Verschulden und aus einem persönlichen Grund verhindert ist und nicht zur Arbeit kommen kann, bekommt trotzdem weiter Gehalt. Allerdings kann es sein, dass dieser Paragraf im Arbeitsvertrag ausgeschlossen wurde.

Wie Sie sich vor dem Coronavirus schützen können, lesen Sie hier.

Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre Situation

Sollten Kinder aufgrund des Coronavirus nicht zur Schule oder in den Kindergarten gehen können, ist es empfehlenswert, zunächst mit dem Arbeitgeber zu reden. Eine flexible Lösung zu finden sollte im Interesse beider Seiten sein. Folgende Möglichkeiten gibt es, mit denen beide zufrieden sein könnten:

  • Überstunden abbauen
  • (unbezahlten) Urlaub nehmen
  • Im Homeoffice arbeiten

Ist das eigene Kind krank, kann man zudem die zehn Krankheitstage nutzen, die jedem gesetzlich versicherten Elternteil zur Betreuung eines kranken Kindes unter 12 Jahren zustehen.

Sollten Kinder überhaupt noch in die Schule gehen?

Hier gilt: Wurde die Schule nicht offiziell geschlossen, besteht auch weiterhin Schulpflicht. Eltern können ihre Kinder nicht einfach aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu Hause lassen. Bei der Kita dagegen ist es den Eltern überlassen, ob sie ihre Kinder dort hingeben oder lieber zu Hause behalten wollen.