Cashback-Aktion für beliebtes Arzneimittel

Weniger Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Das Geschäft mit der Erkältung kränkelt

Pharma-Konzerne werden Erkältungsmittel nicht los.
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01. Dezember 2020 - 8:30 Uhr

Apotheken werden Grippemittel nicht los

Es ist eigentlich eine gute Nachricht, die zeigt, dass die Hygiene-Regeln wie Abstand halten, Maske tragen und die Reduzierung von Kontakten hilfreich im Kampf gegen virale Erkrankungen sein können: In diesem Herbst gibt es weniger Menschen mit grippalen Infekten und Erkältungen. Doch diejenigen, die mit Schleimlösern und Co. ihr Geld verdienen, leiden nun an den Nebenwirkungen: Pharmakonzerne, Apotheken und auch Ärzte verkaufen und verschreiben deutlich weniger Erkältungsmittel und beklagen Umsatzeinbußen.

Branche verkauft 40 Prozent weniger Erkältungsmittel

Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres, ist der Umsatz mit Hustensaft, Schleimlösern und anderen Erkältungsarzneien um 40 Prozent zurückgegangen. Das geht aus Daten der Apotheken und Krankenversicherungen hervor, die der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vorliegen. Die gängigen Corona-Hygieneregeln haben die meisten Menschen mittlerweile verinnerlicht. Das macht es auch Erkältungs- und Grippeviren deutlich schwerer sich zu verbreiten. Die Folge: Es gibt weniger Erkältete, die auf Mittel gegen Schnupfen und Husten angewiesen sind. Die Pharmafirmen und Apotheken bleiben auf ihrem Hustensaft und den Schleimlösern sitzen. Einige Arzneimittelhersteller haben deswegen angekündigt, die gängigen Mittel im Preis zu reduzieren, um in diesem Jahr überhaupt noch ein bisschen Geld mit der Erkältung zu verdienen.

Weniger erkältete Menschen: Nicht für jeden ein Grund zur Freude

Es ist paradox: Was eigentlich ein Grund zur Freude ist, nämlich weniger erkältete Menschen, sorgt in der Branche für Unmut. Auch Hals-Nasen-Ohren-Ärzte beklagen weniger Patienten in diesem Jahr. Hier dürfte man sich doch gundsätzlich freuen, dass in Corona-Zeiten weniger Menschen mit Erkältungen in den Wartezimmern sitzen. Doch am Ende müssen auch die HNO-Ärzte Geld verdienen. Laut den Daten der FAS liegt der Umsatz im Oktober in derartigen Praxen im Schnitt bis zu 20 Prozent unter dem des Vorjahres. Obwohl die Welt sich im Kampf gegen eine Krankheit befindet, müssen manche Praxen ihre Sprechstundenhilfen sogar in Kurzarbeit schicken.

Apotheken retten sich mit Hygieneartikeln

Die Apotheken setzen zwar auch weniger mit Hustensaft und Co. um, doch hier dürften die Einbußen nicht ganz so hoch ausfallen. Sie retten sich mit Desinfektionsmittel, Handcremes oder anderen Hygieneartikeln. Nach Zahlen von Sempora, einer Beratungsfirma für Apotheken, stieg hier der Umsatz im Vergleich zum Oktober 2019 um fast 83 Prozent an. Damit können sich die Apotheken in Krisenzeiten über Wasser halten. Doch einfach ist es für viele Apothekerinnen und Apotheker nicht: Erst vor wenigen Wochen schlug die Bundesvereinigung deutscher Apothekenverbände (ABDA) Alarm und warnte vor massivem Filialsterben. Laut ABDA gebe es in Deutschland nur noch knapp 19.000 stationäre Apotheken- So wenig wie seit 30 Jahren nicht mehr. Zu groß sei der Druck von großen Online-Apotheken, deren Preiskampf der stationäre Handel oftmals nicht standhalten kann.

Cashback-Aktion für bekanntes Erkältungsmittel

Ein Arzneimittel, was wohl in jeder gut sortierten Hausapotheke zu finden ist, kommt vom hessischen Hersteller Stada. "Grippostad" ist zu normalen Zeiten neben Aspirin oder Sinupret wohl eines der meistverkauftesten Erkältungsmittel in Deutschland. Doch ohne erkältete Menschen, dürfte auch der Verkaufsschlager zum Ladenhüter werden. Deswegen startete der Arzneimittelhersteller vor Kurzem eine Aktion, damit die Kundinnen und Kunden doch zum Präparat greifen. Für jede verkaufte Packung des beliebten Arzneimittels gibt es 2 Euro vom Hersteller zurück. Doch bei einer normalen winterlichen Erkältung, helfen nicht nur chemische Arzneimittel. Auch Ingwertee oder Hühnerbrühe können Erkältungssymptome lindern. Welche Hausmittel bei Husten und Co. wirklich helfen, verraten wir Ihnen hier.