"Dann habe ich meine alte Chefin angerufen und die war ganz glücklich"

Wegen Corona: Kölner Gastronom arbeitet jetzt wieder als Pfleger

06. Januar 2021 - 14:39 Uhr

Bar-Schließung war ein großer Schock

Torsten Ahmon steht vor seinem Kölner Lokal "Ruhrpott". Seit acht Jahren arbeitet er hier als Betriebsleiter. Im vergangenen Jahr kamen deutlich weniger Gäste als sonst und der Laden musste aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen werden.

Eine Öffnung ist nicht in Sicht und nach den neusten Bestimmungen von Bund und Ländern in noch weitere Ferne gerückt – der Lockdown wurde bis mindestens Februar verlängert. Torsten Ahmon wird bis dahin trotzdem beschäftigt sein, denn er hat eine alternative Tätigkeit gefunden. Und die ist sogar systemrelevant.

Pflege-Examen lag zuhause rum

Nach einer anfänglichen Schockstarre sei Ahmon in sich gegangen und habe sich gefragt, wie er seine Zeit trotz des Bar-Stillstands sinnvoll nutzen kann: "Ich habe mich erinnert, dass ich mal als Krankenpfleger gearbeitet habe und zuhause ein gutes Examen liegen habe. Dann habe ich meine alte Chefin angerufen und die war ganz glücklich, dass sie mich gekriegt hat. Die suchen nämlich grade händeringend," sagt Ahmon.

Seitdem sind acht Monate vergangen, in denen der examinierte Krankenpfleger wieder in seinem alten Beruf tätig ist. Zwar hat er bereits 15 Jahre Erfahrung als Pfleger, ob ihn der Umstieg von der Gastronomie in die Pflege aber trotzdem leichtgefallen ist, erklärt er im Video.

Auch nach Corona geht es weiter in der Pflege

Aufgrund der großen Dankbarkeit der hilfebedürftigen Menschen erfülle ihn der Job sehr, sagt Ahmon. "Finanzielles spielt natürlich auch eine Rolle, aber eigentlich ging es darum, eine Aufgabe zu haben und in dieser Zeit auch irgendwo helfen zu können. Und ich bin qualifiziert, das ist also das Beste was ich machen kann."

Auch wenn sein Lokal irgendwann wieder öffnen wird, möchte er weiterhin in der Pflege arbeiten. Zumindest in Teilzeit neben seiner Gastro-Tätigkeit. "Die Mischung finde ich spannend", sagt der "Ruhrpott"-Wirt. Ahmon ist zuversichtlich: "Den Mut hängen lassen -das bringt ja nichts. Nach vorne schauen, irgendwas tun, sich ablenken, Arbeiten vor allen Dingen – dann geht das schon."