Verband fordert Maßnahmen

Deutsche Kinderärzte befürchten "Schnupfnasen"-Ansturm

16.04.2020 Halle Saale Halle Saale Halle Saale CORONA Pandemie covid19 covid 19 Corona Virus Coronavirus Sachsen Anhalt
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25. Juli 2020 - 9:40 Uhr

Eltern sollen ohne Attest bei ihren Kindern bleiben dürfen

Die Kinderärzte in Deutschland stellen sich wegen der Corona-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte auf eine Belastungsprobe ein. "Wir befürchten, dass es ab dem Herbst zu einem Ansturm auf unsere kinder- und jugendärztlichen Praxen kommen wird", sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach.

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"Großzügige Karenztagregelung für die betreuenden Eltern" nötig

Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinderärzte
Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Foto: Karsten Lindemann/Berufsverband Kinderärzte/dpa/Archivbild
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In der Infektzeit sei man auch so jedes Jahr gut beschäftigt, zudem herrsche ohnehin ein Kinder- und Jugendarztmangel. "Wenn jetzt aber - oft ausgehend von den Kitas und Schulen selbst - zusätzlich noch Kinder geschickt werden, bei denen jede Schnupfnase als Hinweis auf Covid-19 gesehen wird, dann ein Test verlangt wird, dann werden wir dies nicht alleine bewältigen können."

Welche Rolle Kinder bei der Verbreitung des Coronavirus spielen war lange nicht klar. Den aktuellen Stand der Forschung finden Sie hier. 

Fischbach forderte unter anderem, dass Eltern bei kleinen Infekten ihre Kinder mehrere Tage auch ohne Attest des Arztes zu Hause behalten und gesund pflegen können sollten. "Hierzu bedarf es aber endlich einer großzügigen Karenztagregelung für die betreuenden Eltern, die ohnehin teilweise bereits um ihre Jobs fürchten müssen."

Zudem ist der Kindergarten und die Schule wichtige soziale Orte für Kinder. Welche Folgen das Social Distancing für die Kleinen haben kann, erklärt eine Kinderpsychologin hier.

Warnung vor zu vielen Tests

ARCHIV - 29.06.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Passagiere gehen am Flughafen Frankfurt an Deutschlands erstem «Flughafen-Corona-Test»-Zentrum vorbei. An manchen Flughäfen ist es bereits möglich: Ein Test auf das Corona-Virus vor Abflug oder nach Rückke
Corona-Tests
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Der Verband kritisierte auch die aktuellen Testkriterien des Robert Koch-Instituts, wonach Ärzten die Veranlassung eines Corona-Tests bei «akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere (...) bei allen Patienten unabhängig von Risikofaktoren» empfohlen wird.

Gerade kleine Kinder wiesen diese Symptome im Rahmen von banalen Atemwegsinfekten sehr häufig auf. "Es ist also schlicht nicht leistbar - selbst beim besten Willen -, jedes Kind mit diesen Symptomen zu testen. Und es ist auch nicht sinnvoll." Wenn großflächige Tests gewollt seien, so sei das eine primäre Aufgabe des öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Welche Symptome für eine Infektion mit dem Coronavirus sprechen, können Sie hier nachlesen.

Klarheit, ob es sich um einen "gewöhnlichen" Infekt oder um eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus handelt, kann nach Angaben des Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, Johannes Hübner, zwar nur ein Labortest bieten. "Ein banaler Schnupfen ohne Fieber oder eine milde Erkältung, die in weniger als 3 Tagen abklingt, muss aber nicht hinsichtlich Coronavirus abgeklärt werden", sagte er.  Zur Entlastung von Kinderärzten und Allgemeinmedizinern schlug Hübner außerdem "Teststraßen und Massen-Test-Einrichtungen" vor. "Es muss in diesem Winter einen raschen und unkomplizierten Zugang zu einer Diagnostik geben."