Polizei und Politiker fordern Böllerverbot

Kein Feuerwerk an Silvester?

19. November 2020 - 13:30 Uhr

In diesem Jahr kein bunter Jahresabschluss am Himmel?

Kein Halloween, kein Karneval, das Familien-Weihnachtsfest wackelt auch – und ja, natürlich steht die Frage im Raum: Was ist eigentlich mit Silvester? Wegen der Coronavirus-Pandemie fordern Innenpolitiker und Polizei-Gewerkschafter ein Böller-Verbot an Silvester. Der Städte und Gemeindebund lehnt ein generelles Verbot ab.

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Feuerwerk und Alkohol - das kommt oft zusammen

Zum Feuerwerk gesellten sich rasch Alkohol, Personengruppen und Partystimmung - und das sei nicht angesagt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der "Bild"-Zeitung. Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kuffer plädierte bei der "Bild" dafür, Böllerei und Feuerwerk dieses Jahr zu verbieten.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach sich ebenfalls gegen Böller und Raketen aus. "Am Halloween-Wochenende war es in unseren Party-Hochburgen ganz ruhig", sagte Reul der "Bild"-Zeitung. "Ich wünsche mir, dass das auch Silvester wieder so sein wird." Entscheiden müssten aber die Kommunen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund spricht dagegen gegen ein generelles Verbot von Böllern und Feuerwerk in der Corona-Pandemie aus. "Die Leute haben doch Frust ohne Ende. Alles wird verboten, nirgends kann man hin", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Natürlich wird das kein Silvester geben mit riesen Partys und riesen Feuerwerken." Für die einzelnen Haushalte sehe er aber keinen Anlass für ein großes Verbot.

In Berlin hatten die Grünen mit Blick auf die Infektionslage gefordert, an Silvester neben großen Partys auch das Feuerwerk zu verbieten. Deutschland solle damit dem Vorbild der Niederlande folgen, hieß es.

Die sieben Ostfriesischen Inseln haben sich laut einem NDR-Bericht darauf verständigt, dass es keine Silvesterfeuerwerke geben soll, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Außerdem soll Köln ein solches Böllerverbot zum Jahreswechsel erwägen.

Unterstützung bekommt der Vorschlag auch von Virologe Prof. Timo Ulrichs. Er sagte im RTL-Interview: "Wenn man das verbindet mit "es finden auch keine Feierlichkeiten statt", dann ist das gut. Denn jeder Kontakt, den wir nicht machen, ist gut, um die Virusausbreitung reduzieren zu können."

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