Wegen strikter Hygienevorgaben

Friseurin aus Leipzig erhebt 10 Euro Corona-Gebühr

Ein Haarschnitt kann in Corona-Zeiten wegen der Hygienemaßnahmen teuer werden
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30. April 2020 - 16:48 Uhr

Corona-Gebühr für Hygiene-Auflagen

Endlich dürfen wir wieder zum Friseur - doch die Liste mit Auflagen, die Friseure erfüllen müssen, um ihre Salons wieder zu öffnen, ist schier endlos. Für viele Frieure ist das ein extrem hoher Aufwand, den sie sich bezahlen lassen wollen. Vielerorts wird der Friseurbesuch dadurch deutlich teurer. Der Verband Deutscher Friseurunternehmen rechnet mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von ein bis zwei Euro pro Kunde. 

Einen anderen Weg geht eine Friseurin aus Leipzig: Karolin Köhler-Scholz verlangt in ihrem Friseursalon "Seemann & Köhler" in Leipzig eine Hygiene-Pauschale von 10 Euro - einen Corona-Aufschlag gewissermaßen. 

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Höhere Kosten wegen Hygiene-Maßnahmen

Einen 22.000 Euro Kredit mussten Karolin Köhler-Scholz (38) und ihre Geschäftspartnerin vom Friseursalon "Seemann & Köhler" in Leipzig wegen der Corona-Krise bereits aufnehmen, auch weil kurz vor der Krise die Umbauarbeiten in ihrem Salon begannen. Eine Anlage für die Durchlüftung des Geschäfts musste eingebaut, Stellwände zwischen den Haarwasch-Stationen aufgebaut werden. Dazu eine große Scheibe vor der Kasse, Einwegumhänge und 45 wiederverwendbare Schutzmasken kommen dazu. Insgesamt sechs Seiten umfassen die Hygieneregeln, die der Freistaat Sachsen für Frisöre vorschreibt. Und ausnahmslos alle müssen erfüllt werden.

"Die Eröffnung von Friseursalons geschehen auf Grund der Unterschreitung der Mindestabstandsregelung von 150 cm nur unter sehr strengen hygienischen Auflagen, deren Nichteinhaltung die umgehende Schließung der Salons bedeuten können. Gleichzeitig wird uns des Amtes wegen die Anzahl der Kunden beschränkt, die sich gleichzeitig im Salon aufhalten dürfen. Damit fehlen uns dringend benötigten Einnahmen, die wir für die Rückzahlung der gestundeten und laufenden Kosten benötigen. Selbstverständlich versuchen wir mit der Verschiebung der Öffnungszeiten auf die Morgen- und auf die Abendstunden dies zu kompensieren, sind hier aber an rechtliche Vorgaben gebunden. Wir haben leider keine für alle gerechte Lösung gefunden und uns daher für eine Umlage von 10,00 € pro Kunde und Salonbesuch und gegen eine 30% Umlage entschieden. Die Seemann&Köhler GbR beteiligen sich daran in der gleichen Höhe", erklärt der Friseursalon auf seiner Facebook-Seite.

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In der dritten Folge der TVNOW-Doku zum Coronavirus geht es um die Frage: Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen das Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind?