Finanzielle Einbußen durch Corona

Geringverdiener in der Krise: Die Hälfte sieht sich am Existenzminimum

Wegen Corona sieht sich die Hälfte der Geringverdiener am Existenzminimum.
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20. November 2020 - 13:07 Uhr

Corona zehrt am Portemonnaie

Jobverlust, Kurzarbeit oder Verdienstausfälle: Corona zehrt bei vielen Menschen am finanziellen Polster. Dabei trifft es vor allem die, die auch schon vor der Krise wenig finanziellen Spielraum hatten. Über 50 Prozent der Geringverdiener sehen sich in Deutschland durch die Pandemie am finanziellen Existenzminimum.

Wegen Corona: Einkommen sinkt in vielen Haushalten

Die Pandemie fegt viele Portemonnaies in Deutschland leer. Das geht aus einer neuen Umfrage der Deutschen Bank hervor, bei der 3.200 Menschen im Frühherbst zur Corona-Krise und ihren Folgen befragt wurde. Demnach verzeichnet gut ein Viertel der Befragten wegen der Krise Einkommenseinbußen von durchschnittlich 400 Euro. Und das trifft vor allem Menschen, die auch schon vor der Krise mit wenig Einkommen auskommen mussten. Jeder zweite Geringverdiener sieht sich der Umfrage zufolge am finanziellen Existenzminimum. Das Existenzminimum sind die Mittel, die zwingend benötigt werden, um die Existenz eines Menschen zu sichern. Dazu zählen Miete, Lebensmittel, Kleidung oder eine medizinische Notfallversorgung. Als Geringverdiener gelten Vollzeitbeschäftigte, deren Einkommen maximal 2.203 Euro brutto monatlich beträgt.In Ostdeutschland ist die Grenze mit weniger als 2.000 Euro sogar noch niedriger.

Das Existenzminimum wird alle zwei Jahre neu berechnet. Grundlegend hierfür ist der sozialhilferechtliche Mindestbedarf, der sich aus oben genannten Kosten zusammensetzt und nach Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts erstellt wird. Für das Jahr 2020 lag dieser Bedarf bei der Sozialhilfe und der Grundsicherung laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales für Alleinstehende bei 432 Euro und bei Ehepaaren bei 389 pro Monat.

Mehrheit "einigermaßen gut durch die Krise gekommen"

Die Studie der Deutschen Bank befragte die Menschen nicht nur nach den finanziellen Folgen der Pandemie, sondern auch nach ihrer Lebensgestaltung oder nach dem Krisenmanagement der Regierung. Insgesamt gaben über 75 Prozent der Befragten an, bisher "einigermaßen gut durch die Krise gekommen zu sein", heißt es in der Studie. 13 Prozent haben das Gefühl ihre Lebensgestaltung gerade überdurchschnittlich einschränken zu müssen. Auffällig ist: Je niedriger das Einkommen, desto mehr Leiden die Menschen nach eigener Auskunft unter den Maßnahmen. Menschen mit einem höheren Einkommen gaben häufiger an, nur wenig unter den Einschränkungen zu leiden.

Corona-Maßnahmen der Bundesregierung stoßen auf Verständnis

Wie zufrieden sind die Menschen mit dem Krisenmanagement der Regierung in dieser Krise? Von den 3.200 Befragten, also einer repräsentativen Schnittmenge, erachtete mehr als jeder Zweite den Lock-Down im Frühjahr als sinnvoll. 67 Prozent Zustimmung erhält die Regierung laut der Umfrage für die wirtschaftlichen Hilfen. Insgesamt glauben die Menschen jedoch, dass die Krise das Land noch lange beschäftige und es drei bis fünf Jahre dauere, bis das Virus und seine Folgen vorbei seien.

Das sind die größten Wünsche für nach der Krise

Klar, jeder Einzelne kämpft mit den Folgen der Krise. Aber jeder Einzelne hat auch große Wünsche für die Zeit danach. Es gibt viele Dinge, die die Menschen vermissen: Soziale Nähe, Freunde und Familie oder ihre Freizeitaktivitäten. Die größten Wünsche der Menschen in Deutschland für die Zeit nach der Corona-Krise sind: Keine Maske mehr, unbesorgt Reisen und Freunde und Verwandte umarmen und soziale Nähe spüren. Diese Dinge fehle rund der Hälfte der Befragten am meisten und mache einige sogar unglücklich. Was Sie tun können um trotz der schwierigen Zeit glücklich durch die Krise zu kommen und wie sie trotz den Lock-Down-Lights positiv durch den November kommen, verraten wir Ihnen hier.