DRK ruft zum Blutspenden auf

Wegen Corona: Blutkonserven werden in manchen Regionen knapp

Blutkonserven werden in manchen Bundesländern knapp - das DRK ruft zu Spenden auf
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20. Mai 2020 - 17:10 Uhr

"Corona hat alles durcheinandergewirbelt"

Der Bedarf an Blutkonserven ist laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) nach einem Tief zu Beginn der Corona-Krise wieder stark angestiegen, weil inzwischen in den Kliniken wieder deutlich mehr operiert werde. Doch weil weiterhin viele geplante Blutspendetermine abgesagt werden, drohen die Vorräte in manchen Regionen knapp zu werden.

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In Baden-Württemberg und Hessen reichen die Bestände nicht mal für einen Tag

Stephan David Küpper, Leiter DRK Blutspendedienst West
Stephan David Küpper, Leiter DRK Blutspendedienst West. Foto: Marcel Kusch/dpa/Archivbild
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"Corona hat alles komplett durcheinandergewirbelt", so Stephan David Küpper, Sprecher des Blutspendedienst West. Der Bedarf an Blutpräparaten sei nach einem Rückgang sprunghaft wieder gewachsen, weil nach dem coronabedingten Verzicht auf viele Eingriffe inzwischen wieder mehr operiert werden. "Die Kliniken fahren Volllast, aber wir können die Termine nicht zurückholen."

Idealerweise sollte der Bestand an Blutkonserven für 4,4 Tage reichen, so der Experte. Davon sind einige Regionen derzeit jedoch deutlich entfernt. In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, der Norden und Bremen reiche der Bestand nur noch für 1,2 Tage. "Im Nordosten lebt man von der Hand in den Mund bei einem Tagesbestand von 1,0." Baden-Württemberg und Hessen lägen mit einem Wert von 0,9 schon im roten Bereich. In Bayern ist die Lage gut, doch das Land alleine "kann den Nordwesten, Nordosten und Baden-Württemberg nicht mitversorgen", so Küpper.

Coronavirus wird nicht über Blut übertragen

Menschen, die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus haben, kann der Sprecher beruhigen. Es würde keine Gefahr bestehen, sich über das Blut anzustecken, denn dieses sei kein Virenträger. Auch Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrums Bioscientia, bestätigt diese Aussage: "Corona wird nicht über Blut übertragen." Die Hygienestandards wurden zudem noch einmal erhöht. "Spender müssen sich keine Sorgen machen", bekräftigt Küpper. Allerdings bittet das DRK, bei einer Blutspende Geduld mitzubringen, denn diese wird länger dauern als bisher gewohnt.


Quelle: DPA/RTL.de

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