Wegen 300 Euro: Ehemalige Altenpflegerin würgt 85-Jährige fast zu Tode

© DPA

15. März 2017 - 13:18 Uhr

Prozess wegen versuchten Mordes eröffnet

Weil sie dringend Geld brauchte, hat eine 32-Jährige im Oktober letzten Jahres eine ältere Dame überfallen und dabei fast getötet. Ihre magere Beute betrug damals wohl gerade mal 300 Euro. Dafür muss sie sich die ehemalige Pflegerin jetzt vor dem Landgericht Görlitz verantworten.

"Ich zog solange, bis sie bewusstlos war"

Unter Tränen hat die Angeklagte schon am ersten Verhandlungstag ein Geständnis abgelegt. Mit einem Plastikband habe sie die 85-jährige Seniorin von hinten gewürgt, als die auf einem Stuhl saß. "Ich zog solange, bis sie bewusstlos war", schilderte die 32-Jährige.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft benutzte die Frau eine 50 Zentimeter lange Schnur aus der Küche und zog rund 30 Sekunden lang zu. Sie habe den Tod des Opfers billigend in Kauf genommen, sagte Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu. "Es ist nur dem Zufall zu verdanken, dass sie überlebt hat."

"Aus Geldnot und Verzweiflung"

Als Motiv nannte die Angeklagte Verzweiflung und Geldnot nach dem Verlust ihres Jobs bei einem Pflegedienst und der Trennung von ihrem Freund.

Besonders perfide: Aus ihrer Pflegetätigkeit kannte die 32-Jährige das Opfer und brauchte bei der älteren Dame nur zu klingeln und nach einem Glas Wasser zu fragen, um problemlos Zugang zur Wohnung zu bekommen. Nach der Attacke stahl die sie drei Geldbörsen der älteren Dame, in denen sich nur 300 Hundert Euro befunden haben sollen.

Die bewusstlose Rentnerin überlebte den Angriff und konnte Angehörige zu Hilfe rufen, nachdem sie das Bewusstsein wieder erlangt hatte. Sie wurde schwerverletzt in eine Klinik gebracht. Der Angeklagten drohen bei Verurteilung zwischen zehn und 15 Jahren Haft.