Wasserschlacht bei TV-Duell in Georgien: Kontrahenten bewerfen sich mit Gläsern

27. September 2016 - 13:36 Uhr

Andere Länder, andere Sitten. Dass es in Georgien mal ein wenig rauer zugeht, ist kein Geheimnis. Doch dass bei einer Wahlsendung im Vorfeld der Parlamentswahlen am 8. Oktober mit Wassergläsern aufeinander geworfen wird, ist schon außergewöhnlich.

wasserschlacht
In Georgien ist Wahlkampf emotionaler als bei uns. Da fliegen schon mal Wassergläser.

Entzündet hatte sich der Streit einmal mehr an der alten Russland-Problematik. Irakli Ghlonti von der Partei der Reformisten warf Gogi Topadze, dem Chef der Partei 'Die Industrie wird Georgien retten' vor, russische Positionen zu unterstützen. In Georgien ist dies nach dem kurzen aber heftigen Kaukasus-Krieg 2008 gegen Russland eine unerhörte Anschuldigung.

"Sie meinen also, unser Parteichef ist ein Verräter?", fragte Zaza Aghladze von der Industriepartei. Ohne eine Antwort abzuwarten, warf er mit seinem Wasserglas nach seinem Kontrahenten. Ghlonti warf nun seinerseits mit dem Glas, die Moderatorin saß schreiend zwischen den beiden.

Sie brach die Sendung sofort ab, doch die Streithähne beruhigten sich nicht und gingen auch ohne Wassergläser weiterhin aufeinander los. Man könnte sagen, ein sehr emotionaler Wahlkampf.