Washington: Heftige Krawalle und Festnahmen bei Anti-Trump-Demo

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21. Januar 2017 - 12:40 Uhr

Autos und Geschäfte beschädigt – vereinzelte Feuer gelegt

Die Polizei in Washington hat nach gewaltsamen Ausschreitungen viele Gegner des neuen US-Präsidenten Donald Trump festgenommen. Demonstranten hätten Autos und Geschäfte beschädigt und kleine, vereinzelte Feuer gelegt, teilte die Polizei bei Twitter mit. Sie seien mit Brecheisen und Hämmern bewaffnet gewesen. Die Sicherheitskräfte setzten nach eigenen Angaben Pfefferspray ein. Zwei Polizisten seien leicht verletzt worden. Es habe "zahlreiche Festnahmen" gegeben.

Anti-Trump-Banner über New Yorker Skyline

In Anspielung auf die Vereidigung Donald Trumps als US-Präsident hat ein Flugzeug-Banner über der Freiheitsstatue und der New Yorker Skyline zum Widerstand aufgerufen. "Wir sind ihm zahlenmäßig überlegen! Leistet Widerstand!", war auf dem Banner zu lesen, das ein Kleinflugzeug über den Hudson und die Bucht vor der Metropole durch die Luft zog.

Mehrere New Yorker veröffentlichten Fotos davon im Internet. Ein Sprecher des beteiligten Unternehmens mit Sitz in Florida, das unter anderem Luftwerbung anbietet, bestätigte den dreistündigen Flug. Die Firma sei aber bereits Botschaften für verschiedene Parteien geflogen und habe keine politische Haltung. Nach Berichten von US-Medien hatte eine Frau aus Seattle den Flug gemeinsam mit Freunden und Verwandten gebucht und dafür etwa 3.800 Dollar (3.600 Euro) bezahlt

Broadway-Stars protestieren mit Konzert

Stars performed for free at the Concert for America presented by Seth Rudetsky & James Wesley in association with Your Kids, Our Kids. The concert was held at Town Hall on W. 43rd St. in NYC and included: Chita Rivera, Sharon Gless, Bebe Neuwirth, Be
Bühne beim Concert for America: Broadwaystars sangen gegen Trump.
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Mit einem Benefizkonzert haben Dutzende Musical- und TV-Stars am New Yorker Broadway gegen die Präsidentschaft von Donald Trump demonstriert. Beim 'Concert for America' sang unter anderem Tony-Siegerin Chita Rivera, die Originalbesetzung der Anita in der "West Side Story". Auch Sharon Gless ('Cagney und Lacey') und Billy Porter ('Kinky Boots') hatten kurze Auftritte vor den rund 1.500 Zuschauern in der ausverkauften Town Hall der Metropole. Die Erlöse des unter das Motto 'Stand Up! Sing Out!' ('Steht auf! Singt es heraus!') gestellten Konzerts gehen an Organisationen für die Rechte von Einwanderern und Gesundheitsversorgung von Frauen. Es soll von nun an monatlich stattfinden.

'Marsch der Frauen': Proteste gehen weiter

Für den 'Marsch der Frauen' werden zwischen 200.000 und einer halben Million Teilnehmern erwartet. Der Protest richtet sich gegen Frauenfeindlichkeit, Gewalt, Rassismus, Homophobie und religiöse Intoleranz. Eingeladen sind ausdrücklich auch Männer. Trump hatte sich wiederholt extrem abfällig über Frauen geäußert. Zunächst sind nahe des Kapitols Reden geplant.

Der Marsch soll durch Washingtons Zentrum führen. Etliche Polizisten sichern die Proteste ab. Auch in Deutschland wird protestiert. Bundesweit sind 600 Märsche geplant.