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Was Verliebte über den Maibaum wissen sollten

Blühender Liebesbeweis

Was Verliebte über den Maibaum wissen sollten

Maibaum
Woher kommt der Maibaum-Brauch?
fg jhe, dpa, Federico Gambarini

Stand vor Ihrem Haus schon mal ein Maibaum? Es ist wieder soweit: Bald sehen wir wieder auf Dorfplätzen und an Häusern bunt geschmückte Bäume. Denn in der Nacht zum ersten Mai überraschen Männer wieder ihre Angebetete mit einem Maibaum als Liebessymbol. Doch woher kommt der Brauch und warum wird er zelebriert?

Woher kommt der Maibaum-Brauch?

Pünktlich zum ersten Mai sind sie fast überall zu sehen: Bunt geschmückte Maibäume, die im Rheinland, Emsland, Ostfriesland, in Nordrhein-Westfalen, Franken, Baden, Schwaben, in Teilen Sachsens und der Oberlausitz das Stadtbild verschönern. Besonders in Baden-Württemberg, Bayern und Österreich wird das Aufstellen des Maibaums auf dem Dorfplatz groß zelebriert.

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Obwohl der Maibaum-Brauch bereits seit Jahrhunderten existiert, sind die Ursprünge umstritten. Ein Ansatz lautet, dass sich dahinter ein alter germanischer Brauch verbirgt, bei dem der Baum Fruchtbarkeit symbolisierte. Demnach verehrten die Germanen ihre Waldgottheiten und huldigten sie, in dem sie für sie in der ersten Mainacht einen geschmückten Baum aufstellten und ausgelassen feierten. Im Zuge der Christianisierung wurden die alten Riten dann allerdings verboten, da nur ausschließlich Gott als heilig galt. Im 16. Jahrhundert kehrte der Brauch wieder zurück nach Deutschland und wird bis heute jedes Jahr aufs Neue zelebriert.

Schenk mir einen Maibaum und ich schenke dir mein Herz!

In vielen Regionen Deutschlands gilt der Maibaum vor allem als eines: als Liebesbeweis. So stellen verliebte Männer vor dem Haus ihrer Auserwählten eine mit bunten Bändern geschmückte Birke oder Fichte als Symbol ihrer Liebe auf. Damit die Angebetete auch weiß, von wem das Bäumchen kommt, ritzt der Maibaumaufsteller seinen Namen in den Baumstamm. Alternativ verewigt er ihn auf einem am Baum befestigten Herz.

Wird der Maibaum nach vier Wochen wieder abgeholt, kann sich der verliebte Mann auf einen Kasten Bier, eine Einladung oder gar einen Kuss freuen. Alle vier Jahre können sich die Männer dann aber eine Pause gönnen, denn im Schaltjahr sind die Frauen an der Reihe, ihrem Liebsten einen Baum zu stellen.

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Frauen sind auch dran: Maiherzen für die Männer

Warum sollen in der Nacht zum ersten Mai eigentlich nur die Herren der Schöpfung ihren Spaß haben? Auch Frauen wollen ihre Liebe beweisen und streuen ihm alternativ zum Maibaum ein Maiherz aus Reis. Noch nie davon gehört? Diese Tradition findet sich besonders im Rhein-Erft-Kreis wieder.

Dafür färben die verliebten Mädels Reis in bunten Farben und streuen in der Nacht zum ersten Mai vor dem Haus des Auserwählten das Herz mit dem Namen des Liebsten. Wenn es nicht ein Reis-Herz sein soll, gibt es alternativ auch Maiherzen-Gestecke aus Rosen.

Wo kriege ich einen Maibaum her?

Es ist davon abzuraten den Maibaum selbst im Wald zu schlagen, da das Diebstahl und Sachbeschädigung ist und somit strafbar. In vielen Städten und Dorfgemeinden gibt es spezielle Maibaum-Verkaufsstellen und auch beim Förster können Maibäume legal gekauft werden.

Fall die Zeit zu knapp wird, gibt es auch einen Maibaum-Taxi im Internet. Für ca. 60 bis 80 Euro stellt das Taxi heimlich einen geschmückten Maibaum am Haus der Auserwählten auf und holt ihn auf Wusch auch wieder ab - nicht romantisch aber praktisch.