'Was verdienst Du?': Deutschland diskutiert das Gehalts-Outing

24. September 2013 - 16:58 Uhr

Wirbel um Dumpinglöhne

Monatslöhne zwischen 500 und 1.300 Euro - brutto, nicht netto: Dass in einer Wurstfabrik keine Traumgehälter zu erwarten sind, wird vielen Zuschauern der neuen RTL-Real-Life-Doku 'Was verdienst Du?' klar gewesen sein. Aber dass die Gehälter so erschreckend niedrig sind, war für viele ein echter Schock.

'Was verdienst Du?'-Gehaltsvergleich
Was, nur so wenig Gehalt? Die RTL-INSIDE-Nutzer diskutierten heiß über die neue RTL-Sendung 'Was verdienst Du?'.

Bei RTL INSIDE entbrannte eine heiße Diskussion um Dumpinglöhne und miese Arbeitsbedingungen in Deutschland. "Wie kann man bitte von 1292 Euro im Monat leben? Gott oh Gott, ist das bitter", kommentierte INSIDE-User Towarisch. Mitleid, Unverständnis, Wut auf die Politik: die Sendung bewegte viele Zuschauer sehr. Mehr als 20 Jahre nach der Deutschen Einheit sind die Lohnunterschiede in Ost und West noch immer gewaltig. Warum eigentlich, fragten sich einige User.

Würstchen herstellen, verpacken, etikettieren - ein anstrengender Job. Doch in Pasewalk (Mecklenburg-Vorpommern) ist jeder froh, überhaupt Arbeit zu haben. 44 Menschen schuften täglich in der Wurstfabrik 'Pommersche Wurst- und Fleischwaren'. Welchen Lohn die Kollegen bekommen, das wussten die Angestellten bisher nicht. Bei 'Was verdienst Du?' legten die Mitarbeiter jetzt ihre Gehälter offen. Mit erschreckendem Ergebnis.

"Dipl. Betriebswirt und dann 1350 brutto?", wunderte sich RTL-INSIDE-Userin Bettybee71 über das Gehalt von Versand-Mitarbeiter Christian Vogel, der trotz abgeschlossenen Studiums mit weniger als 1.400 Euro in der Lohntüte nach Hause geht. Steuerabzüge noch nicht eingerechnet. Auch andere User wunderten sich unter den Hashtags #wasverdienstdu und #RTL über die Stundenlöhne von 7,10 bis 7,60 Euro der Arbeiter am Fließband.

Urlaub im Ausland können sich viele Angestellte nicht leisten. Statt vom Sandstrand mit Palmen träumen sie davon, dass bald ein Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde eingeführt wird. Aber das wird vorerst ein Traum bleiben. Denn in den kommenden vier bis fünf Jahren sind laut Wurstfabrik-Chef Detlef Deutschländer keine Gehaltssprünge drin.