Und täglich grüßt das Trumpeltier: Was der US-Präsident meinte, als er von Schweden sprach

© deutsche presse agentur

16. April 2018 - 9:46 Uhr

Erklärungsversuch à la Trump

Nachdem US-Präsident Donald Trump mit seinen bizarren Äußerungen bei einer Massenkundgebung in Florida weit über Schweden hinaus für Kopfschütteln gesorgt hatte, versucht er sich nun zu erklären.

Trump äußerte sich wie gewohnt via Twitter

Was er mit seinen rätselhaften Aussagen zu angeblichen terroristischen Vorfällen in Schweden genau meinte, erklärte er am Sonntag auf Twitter: Sein Statement zu Ereignissen in Schweden beziehe sich "auf eine Geschichte Einwanderer und Schweden betreffend, die auf 'FoxNews' ausgestrahlt wurde", teilte er - wie für ihn üblich - über den Kurznachrichtendienst mit. Trump hatte also einfach einen allgemeinen Bericht über Migranten in Schweden in den Nachrichten gesehen und daraus seine Schlüsse gezogen.

Trumps Massenkundgebung

Hintergrund der ganzen Schweden-Panne: Der amerikanische Präsident hatte auf einer Kundgebung am Samstag in Florida mit Verweis auf die kürzlich vor Gerichten gescheiterten Einreiseverbote für Bürger mehrerer islamischer Länder gesagt, die USA müssten gesichert werden. "Schaut euch an, was in Deutschland passiert, schaut euch an, was gestern Abend in Schweden passiert ist", und dann Anschlagsziele wie Brüssel, Nizza und Paris aufgezählt. Man könnte also meinen, Schweden sei am Wochenende Ziel eines Terroranschlages geworden. Problem nur: In Schweden gab es einen solchen Terroranschlag nie.

Ausfall sorgt für Gespött im Netz

Die Schweden waren über die Nennung ihres Landes in einem Atemzug mit Terrorzielen reichlich irritiert, nahmen Trumps erneute Entgleisung jedoch mit viel Humor. Unter dem Hashtag #LastNightInSweden tauschten sich Twitternutzer munter darüber aus, was am Freitag in Schweden alles so passierte.

Die Zeitung 'Aftonbladet' veröffentlichte kurzerhand eine an Trump gerichtete Nachricht auf ihrer Online-Seite. Unter dem Titel "Das ist am Freitagabend in Schweden passiert, Mr. President" zitierte das Blatt verschiedenste Meldungen unterschiedlicher Relevanz: Der 87 Jahre alte Sänger Owe Thörnquist hatte bei Proben für den Vorentscheid zum Eurovision-Song-Contest technische Probleme. In Stockholm verfolgte die Polizei einen Autofahrer - ihm wird Trunkenheit am Steuer und Autodiebstahl vorgeworfen. Und zuvor hatte sich ein Mann mitten in Stockholm in Brand gesetzt. Ein Motiv sei nicht bekannt, der Staatsschutz sei aber nicht eingeschaltet worden.

Trumps Nummer 2 derweil in Brüssel

Pence trifft heute in Brüssel auf Spitzenvertreter der EU.
Vize-Präsident Pence wird in Brüssel viel erklären müssen.
© REUTERS, ERIC VIDAL, EVD/KC

US-Vizepräsident Mike Pence muss unterdes in Europa viel erklären. In Brüssel trifft er heute Spitzenvertreter der EU. Und auch die werden bestimmt noch einmal nachhaken, was sein Chef mit seinen Aussagen über Schweden eigentlich gemeint hatte.