Netflix-Hit „Queer Eye“

Was steckt hinter dem Mega-Erfolg der Umstyling-Show?

© Getty Images/ Valerie Macon, Valerie Macon

20. März 2019 - 21:13 Uhr

Dritte Staffel ist erfolgreich gestartet

Fünf schwule Männer stylen einen heterosexuellen Mann um – das ist das simple Konzept von "Queer Eye". Was nach Klischees klingt, entpuppt sich in jeder Folge als emotionale und rührende Show, in der unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen und voneinander lernen.

Worum geht es bei „Queer Eye"?

Unter dem Titel "Queer Eye for the Straight Guy" startete Netflix im Februar 2018 ein mutiges Remake einer 1990er Show aus England, in der sich fünf homosexuelle Männer mit unterschiedlichen Expertengebieten um einen Kandidaten kümmern und ihn umstylen.

Als queer werden alle Menschen bezeichnet, die anders lieben - also nicht in einer heterosexuellen Zweier-Beziehung. Der Titel bezieht sich also auf den besonderen Blick der queeren Männer auf die meist heterosexuellen Kandidaten.

Queer Eye hat sich in den USA zu einem Riesen-Hit entwickelt. Die "Fabulous Five", also die fantastischen Fünf, sind mittlerweile echte Superstars und tingeln durch die US-Talkshows. Doch neben dem ganzen Rummel um ihre Personen haben sie auch eine wichtige Botschaft: Es ist okay, anders zu sein.

Das sind die „Fab 5“

Karamo Brown kümmert sich als Life-Coach um die großen Lebensfragen und hinterfragt Entscheidungen, die zu aktuellen Problemen geführt haben.

Jonathan Van Ness ist Friseur und verpasst den Kandidaten nicht nur eine neue Frisur, sondern hilft auch bei alltäglichen Fragen zu Körperpflege.

Antoni Porowski ist Koch und bringt jedem der Kandidaten ein einfaches Gericht bei, mit dem er seiner Familie und sich selbst im Alltag eine Freude machen kann.

Bobby Berk schafft in nur einer Woche als Innendesigner ein gemütliches Zuhause, in dem sich die ganze Familie wohlfühlen kann.

Tan France sucht gemeinsam mit dem Kandidaten einen passenden Kleidungsstil, der einfach zu verfolgen ist und dennoch zeitlos und gepflegt aussieht. Für ein besonderes Ereignis hilft er, das passende Outfit zu finden.

Es wird häufig politisch

"Queer Eye" läuft international sehr erfolgreich.
Mittlerweile stylen die "Fabulous Five" sogar Männer in Australien um.
© Getty Images/ Don Arnold, Don Arnold

Fünf schwule Männer sind im amerikanischen Fernsehen keine Selbstverständlichkeit – und in der amerikanischen Gesellschaft erst recht nicht. Umso spannender sind die Konflikte, die während der unterschiedlichen Episoden aufgebaut werden. Da trifft der dunkelhäutige Life-Coach Karamo Brown auch mal auf einen Polizisten, um über die Black-Lives-Matter-Bewegung zu sprechen.

Oder die Fünf kümmern sich um einen streng religiösen Familienvater aus den Südstaaten – Aufeinandertreffen, die im echten Leben problematisch sein können. Am Ende der Verwandlungswoche sieht der Zuschauer aber einfach fünf Männer, die zu Freunden geworden sind.

Trotz TV-Hype geht es um echte Emotionen und echte Menschen

Die Show reitet nicht auf dem unmodernen Kleidungsstil, einem fehlenden Schneidezahn oder einem geringen Selbstwertgefühl der Kandidaten herum. Im Gegenteil, die Fünf versuchen, den Kandidaten als Menschen zu sehen und ihm wirklich hilfreiche Tipps zu geben, um im Alltag besser zurechtzukommen.

Am Ende der 45-minütigen Folgen ist ein glücklicher Kandidat zu sehen, dessen Entwicklung nicht in reißerischen Gegenüberstellungen gezeigt wird. Hier geht es um Menschen, die sich wieder selbst und in den "Fabulous Five" neue Freunde gefunden haben.