Los Angeles

Krankenschwester fragt nach Schutzkleidung und wird gefeuert

Die Krankenschwester, Jhonna Porter, wollte ihren Kolleginnen und Kollegen helfen.
© privat

09. April 2020 - 8:48 Uhr

Sie äußerte Kritik in einer privaten Facebook-Gruppe

Jhonna Porter ist Krankenschwester in einem Krankenhaus in Los Angeles. Als die Einlieferungen der Patientinnen und Patienten stiegen, die an Covid-19 erkrankt waren, stieg auch ihre Sorge um zu wenig Schutzkleidung für ihre Abteilung. In einer privaten Facebook-Gruppe ihrer Abteilung wies Porter auf die fehlende Ausrüstung hin. "Die Gerüchte stimmen, unsere Abteilung wird zum Coronavirus-Stock. Passt bitte auf euch auf.", schrieb sie in ihrem Post. Daraufhin wurde sie umgehend beurlaubt – ohne Bezahlung. Diese Art der Beurlaubung kommt in Amerika einer Kündigung gleich.

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Verletzung der Privatsphäre

In einem Interview mit dem amerikanischen Sender CBS sagte Porter, dass es sich anfühlte als würde man Vergeltung an ihr üben, weil sie sich um die Sicherheit und Gesundheit ihrer Kolleginnen und Kollegen sorgte. In ihrem Facebook-Post informierte die Krankenschwester auch darüber, in welchen Räumen die Infizierten untergebracht wurden. Dadurch verletzte sie laut ihres Arbeitgebers die Privatsphäre der Patientinnen und Patienten.

"Ich wollte doch nur helfen, damit wir sicher sind“

Ein Kollege von Jhonna Porter wurde ebenfalls suspendiert, weil er in einem Facebook-Post nach Schutzkleidungs-Spenden bat. Er rief unter anderem dazu auf, Masken an das Krankenhaus zu spenden, damit das Personal weiter ihre Arbeit ausführen könne. Daraufhin wurde auch er beurlaubt. "Ich hätte nicht gedacht, dass meine Bitte so kontrovers ist. Ich wollte doch nur helfen, damit wir sicher sind", sagte er im Interview mit CBS. Jetzt sitzt er auf den gespendeten Masken und Schutzbrillen fest – das Krankenhaus habe sich geweigert, die Spenden anzunehmen.

Image vor Personal

Das Krankenhaus teilte zu dem Vorfall mit, dass sich das Personal in den Sozialen Medien äußern dürfe. Jedoch sei es nicht in Ordnung, die Angaben der Patientinnen und Patienten offen zu legen.

Mittlerweile dürfen Jhonna Porter und ihr Kollege wieder arbeiten.

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