Trump-Talk bei "Anne Will"

Was bedeutet die Corona-Infektion des Präsidenten für die USA?

Präsident Trump präsentiert sich im Krankenhaus
Präsident Trump präsentiert sich im Krankenhaus
© dpa, Tia Dufour, JE pat

05. Oktober 2020 - 8:31 Uhr

Was macht Corona mit Trump?

Noch lässt sich nicht abschließend sagen, wann und wie US-Präsident Donald Trump seine Corona-Infektion überstehen wird. Inzwischen soll sich der 74-Jährige auf dem Weg der Besserung befinden. Doch die Angaben zu seinem Gesundheitszustand waren zuletzt widersprüchlich. Trotzdem reden Anne Will und ihre Gäste über die Auswirkungen, die die Erkrankung für die Vereinigten Staaten haben wird. In knapp einem Monat wird ein neuer Präsident gewählt. Herausforderer Joe Biden kann weiterhin Wahlkampf betreiben, während sich Amtsinhaber Trump im Krankenhaus behandeln lassen muss.

Darüber wurde diskutiert:

Donald Trump hat die Corona-Pandemie von Anfang an öffentlich nicht so ernst genommen, wie andere Staats- und Regierungschefs. Vermutlich hat er sich mit dem Virus angesteckt, weil er Hygieneregeln wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes missachtete. Er versucht mit allen Mitteln zu vermeiden, Schwäche zu zeigen und präsentiert sich seinen Anhängern als Kämpfer. So will er trotz seiner Erkrankung nicht die Amtsgeschäfte abgeben, sondern auch von der Klinik aus weiterregieren. Sollte er Covid-19 gut überstehen, könnte er gestärkt den Wahlkampf wieder aufnehmen. Ob er dann Anfang November das Ergebnis der Wahl akzeptieren wird, ist aber nicht ausgemacht. In der Vergangenheit hat er wiederholt behauptet, dass die Briefwahl anfällig für Manipulationen und Betrug ist. In Zeiten von Corona wollen viele Bürger ihre Stimme nicht im Wahllokal abgeben, sondern per Brief. Dass es dabei zu Ungereimtheiten im großen Stil kommt, ist nicht erwiesen.

Die Gäste und ihre wichtigsten Aussagen:

Peter Altmaier (CDU), Bundeswirtschaftsminister: "Mein Vertrauen in die demokratische Kraft der USA ist ungebrochen."

Cem Özdemir (Die Grünen), Bundestagsabgeordneter: "Ich glaube dieser Mensch, Donald Trump, ist so ziemlich das Gegenteil von Empathie und Mitmenschlichkeit."

Rachel Tausendfreund, US-Expertin beim German Marshall Fund: "Jeder Tag, an dem wir über Covid-19 sprechen, ist für Donald Trump ein schlechter Tag."

Roger Johnson, Vizepräsident Republicans Overseas in Europa: "Trump tut das Beste für das Land. Er erfüllt seine Versprechen. (…) Ich vertraue dem Mann und ich unterstütze ihn voll und ganz."

Britta Waldschmidt-Nelson, Professorin für Geschichte des europäisch-transatlantischen Kulturraums an der Universität Augsburg: "Ich glaube leider, dass es Trump tatsächlich zuzutrauen ist, dass er die Wahl nicht anerkennt."

Stefan Niemann, Leiter des ARD-Studios in Washington D.C.: "Der Präsident präsentiert sich als Cheerleader der Nation, also als notorischer Optimist."

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Das Fazit:

Die Mehrheit der Talk-Gäste traut Donald Trump im Falle einer Niederlage zu, dass er das Wahlergebnis nicht akzeptieren könnte. Wirtschaftsminister Altmaier setzt dann auf die demokratische Tradition der USA und eine Lösung für das Land. Seine Ansichten wird der Präsident nach seiner Infektion vermutlich nicht ändern. Grünen-Politiker Özdemir glaubt nicht, dass Trump dazu fähig ist, Mitgefühl zu entwickeln. Die USA sind im weltweiten Vergleich mit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen. Mehr als 200.000 Menschen sind bereits gestorben.

Noch mehr Politik-News in unserer Videoplaylist

​Spannende Hintergrund-Reportagen zu gesellschaftspolitischen Themen wie Gesundheit, Schule oder natürlich auch zu aktuellen Corona-Maßnahmen, sowie interessante Interviews mit Politikern – das alles finden Sie in unserer Video-Playlist.

Politiker-Interviews im "Frühstart"

In der Interview-Reihe "Frühstart" treffen wir täglich spannende Gesprächspartner aus der Politik. In unserer Videoplaylist können Sie sich die Video-Interviews ansehen.