Das Bundeskabinett hat beschlossen

Mehr Geld für Pflegekräfte und Rentner

Pflegehilfskräfte und Fachkräfte in der Altenpflege bekommen mehr Geld.
© imago images/MITO, MITO images, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

04. Mai 2020 - 20:10 Uhr

Das Bundeskabinett beschließt höhere Löhne und Renten in der Corona-Krise

Altenpflegekräfte dürfen sich bald über mehr Geld freuen: Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass die Mindestlöhne erhöht und ausgeweitetet werden. Auch eine Rentenerhöhung soll es zum 1. Juli diesen Jahres geben. Das Rentenniveau liegt hierzulande aktuell bei rund 48% und soll im Westen um rund 3,45%, im Osten sogar um 4,20% angehoben werden. Die Unterschiede zwischen Ost und West nähern sich damit in beiden Fälllen immer weiter an.

Pflegehilfskräfte und Fachkräfte bekommen mehr Geld

Ende Januar hatte eine Kommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern beschlossen, dass der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte bis 1. April 2022 in vier Schritten von heute 10,85 Euro (Ost) und 11,35 Euro (West) auf 12,55 Euro in Ost- und Westdeutschland steigen soll. Damit bekommen ostdeutsche Pflegehilfskräfte bald 1,70 Euro und westdeutsche Pflegekräfte 1,20 Euro mehr Lohn.

Ab 1. Juli 2021 soll es zudem erstmals einen Mindestlohn für Fachkräfte von 15 Euro geben. Er soll zum 1. April 2022 auf 15,40 Euro steigen. Mit der Verordnung soll dieser Beschluss branchenweit verbindlich gemacht werden.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärten, in der Corona-Epidemie sei einmal mehr zu spüren, wie wichtig Pflegekräfte für die Gesellschaft seien. Ihre verantwortungsvolle Aufgabe solle besser honoriert werden als bisher. Dafür seien die Regelungen zum Pflegemindestlohn "ein guter Anfang".

+++ Alle aktuellen Infos zum Coronavirus im Liveticker bei RTL.de +++

Corona-Bonus für Pflegekräfte rückt näher

Wegen der besonderen Belastung rückt auch eine Bonuszahlung von bis zu 1.500 Euro für AltenpflegerInnen näher. Wie die Gewerkschaft Verdi und Verbände der Pflege-Arbeitgeber am Mittwoch, dem 22. April mitteilten, haben Experten aus der Branche der Bundesregierung einen Vorschlag dafür vorgelegt. Er sieht eine gestaffelte Prämie vor, von der Pflegekräfte, Auszubildende und auch andere Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen profitieren sollen.

Spahn und Heil betonten, dass Pflegekräfte für die Corona-Krise einen Bonus verdient hätten. Spahn machte deutlich, dass es nun auch um eine faire Verteilung der Kosten gehe. Über die Frage, welche Teile der Bund, die Pflegekassen, die Länder mit eigenen Programmen und die Arbeitgeber übernehmen könnten, sei in den nächsten Tagen zu sprechen. Spahn betonte, er wolle eine Lösung erreichen, die nicht zu einer Erhöhung der Eigenanteile der Pflegebedürftigen führe.

Kabinett beschließt Rentenerhöhung zum 1. Juli

Auch die rund 21 Millionen Rentner dürfen sich schon im Sommer über mehr Geld freuen. Das Bundeskabinett hat eine kräftige Rentenanhebung zum 1. Juli beschlossen. Nach einer Verordnung von Hubertus Heil steigt die Rente in Westdeutschland um 3,45 Prozent, in den neuen Bundesländern um 4,20 Prozent. Aktuell liegt das Rentenniveau hierzulande bei rund 48 Prozent. Die Ost-Renten nähern sich damit weiter den West-Bezügen an.

Eine monatliche Rente von 1.000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, soll sich demnach um 34,50 Euro erhöhen, eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen um 42,00 Euro. Die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft sind in den Festlegungen noch nicht berücksichtigt worden.

Auf die nun anstehende Rentenerhöhung hat dies demnach keine Auswirkungen. Der Bundesrat muss der Erhöhung noch zustimmen.

TVNOW-Doku: Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus

Im zweiten Teil der TVNOW-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus" stellen wir die Frage: Wie besiegen wir Corona? Dafür gleichen die Autoren die verschiedenen Maßnahmen einzelner Länder rund um den Globus mit den aktuellen Empfehlungen von Forschern ab. Jetzt ansehen!