"Was kostet denn bei dir eine Stunde?" - Achtjährige bekommt ehemalige Handynummer einer Escort-Firma

© dpa, Yui Mok, abl fgj

13. Juli 2017 - 17:04 Uhr

Tochter bekommt Sex-Nachrichten

Daniela und Zoran Antunovic aus Schlieren (Schweiz) sind schockiert: Sie haben ihrer achtjährigen Tochter ein Jugendabo bei der Telefongesellschaft 'Sunrise' gelöst – nur wenige Tage später bekam die Kleine Sex-Nachrichten. Die Nummer hatte wohl eine dubiose Vergangenheit.

"Was kostet denn bei dir eine Stunde?"

"Guten Morgen bezaubernde Lady, was kostet denn bei dir eine Stunde? Gruß und Kuss", dies ist eine von den Nachrichten, die die achtjährige Tochter von Daniela und Zoran Antunovic erhalten hat. Dabei wollte das Ehepaar alles richtig machen: Daniela und Zoran haben ihrer achtjährigen Tochter ein Jugendabo bei Sunrise gelöst. Damit sollte sie erreichbar sein und die Möglichkeit haben, ihre Eltern im Notfall anzurufen.

Damit die Achtjährige nicht unfreiwillig auf Internetseiten kommt, die nicht für sie bestimmt sind, haben die Antunovics den Internetzugang streng limitiert. Aber nur wenige Tage nach dem Kauf des Sunrise-Abos kam der Schock: "Mein Töchterchen erhielt massenweise Whatsapp-Nachrichten und SMS von Männern, die mit ihr schlafen wollten", erzählt Mutter Daniela Antunovic der Schweizer Tageszeitung 'Blick'.

Weil sie große Angst um ihre Tochter hatte und befürchtete, Pädophile hätten ihre Nummer ergattert, alarmierte sie sofort die Polizei. Die konnte die dubiose Geschichte auflösen: Bevor der Telefonanbieter die Nummer der Tochter zuteilte, gehörte sie einer Escort-Firma. Im Internet machte eine 23-jährige Cleo mit "Traumbrüsten und sexy Po" Werbung für erotische Massagen. Interessierte sollten sich unter der besagten Handynummer melden, die nun dem achtjährigen Mädchen gehörte.

Nach zwölf Monaten gehen die Nummern wieder raus

Daniela Antunovic ist wütend, das so etwas passieren konnte: "Ich finde es vor allem eine Frechheit, dass mir 'Sunrise' eine solche Nummer gibt, obwohl der Kundenberater wusste, dass wir das Abo für unsere kleine Tochter gelöst haben", äußerte sie gegenüber der Zeitung. Zumindest sind die Eltern aber froh, dass ihrer Tochter nichts passiert ist.

Bei 'Sunrise' hat man Verständnis für die Sorgen der Eltern, allerdings gab das Unternehmen an, dass man den Fall nicht hätte verhindern können. Stefan Schaller, der Sprecher der Telefongesellschaft erklärte, dass nicht mehr genutzte Nummern nach einer Quarantänezeit von zwölf Monaten wieder an Neukunden vergeben werden. Die Vergabe der Nummer sei auch im Fall der Achtjährigen korrekt verlaufen. "Wie bei minderjährigen Benutzern üblich, wurden Erwachsenen-Inhalte gesperrt", bestätigte Schaller.

Wie ein vorheriger Inhaber die Nummer genutzt hat, dies ließe sich bei der Vergabe aber nicht überprüfen. Der Telefonanbieter hat also keine Fehler gemacht, vielmehr handele es sich um einen unglücklichen Einzelfall – mit einem großen Schock für die Eltern.