Was hat Maria H. auf Sizilien gemacht? Auf Spurensuche in Italien

24. September 2018 - 14:44 Uhr

Maria H. aus Freiburg war fünf Jahre verschwunden

Seit dem 31. August ist die verschwundene Maria H. aus Freiburg wieder zu Hause. Das damals 13 Jahre alte Mädchen war mit dem 40 Jahre älteren Bernhard H. im Mai 2013 untergetaucht und Ermittlungen zufolge unter anderem nach Osteuropa und Italien gereist. Doch was hat die heute 18-Jährige fünf Jahre lang getrieben und wie hat sie sich finanziell über Wasser halten können? RTL-Reporter Udo Gümpel hat sich auf Spurensuche begeben.

Bernhard H. und Maria H. haben sich als Vater und Tochter ausgegeben

Maria H. und der 40 Jahre ältere Bernhard H.: Sie liebten offenbar gemeinsam in Sizilien.
Maria H. und der 40 Jahre ältere Bernhard H.: Sie sollen sich als Vater und Tochter ausgegeben haben.
© RTL

Eine Kleinstadt auf der italienischen Insel Sizilien: In Licarta sollen die junge Frau und Bernhard H. zwei Jahre lang gewohnt haben. Mariuccia Scala, eine ältere Dame, hat die beiden erlebt. Sie erzählt, dass sie sich um Maria H. wie um ihr eigene Enkelin gekümmert habe. "Sie haben für uns ausgesehen wie Touristen, eben ein Vater mit seiner Tochter. Ganz normal", so Mariuccia. Marias Mutter sei tot, hätten die beiden erzählt.

Mit Gelegenheitsjobs sollen sich Bernhard H. und Maria H. über Wasser gehalten haben. Offenbar kam es auch vor, dass sie vor einem Supermarkt um Geld bettelten. Wo die beiden untergekommen sind und was Nachbarn von der ungewöhnlichen Beziehung mitbekommen haben, erfahren Sie im Video.

Maria H. wieder zu Hause, Bernhard H. in italienischer Haft

Den 31. August 2018 wird Maria H.s Mutter so schnell nicht vergessen – nach fünf Jahren kann sie ihre Tochter endlich wieder in die Arme schließen. Während es in der Familie nun viel aufzuarbeiten gibt, sitzt der Mann, mit dem Maria H. untergetaucht war, in italienischer Haft. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Freiburg bestätigte vergangene Woche, dass ein Auslieferungsantrag gestellt wurde. Der aus Blomberg stammende Bernhard H. werde voraussichtlich im Herbst nach Deutschland gebracht und dann befragt. Der 57-Jährige war jahrelang wegen Kindesentzugs und sexuellen Missbrauchs international gesucht worden.

Nach Angaben der Sprecherin ging das damals minderjährige Mädchen 2013 zwar freiwillig mit, dennoch habe sich der Mann strafbar gemacht. Das Strafgesetzbuch sieht bei einer Verurteilung wegen Kindesentzugs bis zu fünf, in schweren Fällen bis zu zehn Jahre Haft vor.