Sie lösen Schmerz, Fieber und Schüttelfrost aus

Achtung, Bakterien: Mehr Infektionen mit Vibrionen in der Ostsee erwartet

Zwei Frauen suchen Abkühlung an der Ostsee auf der Insel Usedom. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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29. Juni 2020 - 20:30 Uhr

Ostsee in der Corona-Krise beliebtes Urlaubsziel

Viele verbringen ihren Sommerurlaub in diesem Jahr an der Ostsee – vor allem die Corona-Krise legt die Ferien an heimischen Ufern  oder in einem der neun Anrainerstaaten nahe. Doch genau dort könnte die Zahl der Infektionen durch Vibrionen in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Grund dafür ist die globale Erwärmung durch den Klimawandel.

Bakterien vermehren sich dank Hitzeperioden

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erleichtern die steigenden Wassertemperaturen in den Meeren und in Flussmündungen den salztoleranten Bakterien die Ausbreitung. "Vibrionen vermehren sich ab Wassertemperaturen von 20 Grad verstärkt", sagte Eckhard Strauch, Leiter des Konsiliarbüros für Vibrionen des BfR. Besonders in der Ostsee, die bislang eher kühl sei, könnte die Gefahr steigen. Durch längere Hitzeperioden könnte die Wassertemperatur in Zukunft häufiger über 20 Grad klettern, so dass sich die Bedingungen für Vibrionen verbesserten.

Hinzu komme, dass die Salzkonzentration in der Ostsee moderat sei. "Gerade für die beiden Vibrionen-Spezies, die besondere Probleme verursachen, Vibrio vulnificus und Vibrio cholerae non-O1, sind die Bedingungen hier günstig", so Strauch. Vibrionen sind an der gesamten Ostseeküste bis in den baltischen Raum verbreitet. Auch an der Nordsee etwa in Flussmündungen kommen sie vor.

Symptome einer Vibrionen-Infektion

Junge und gesunde Erwachsene erkranken laut Robert Koch-Institut (RKI) nur selten an einer Vibrionen-Infektion. Gefährlich sind die Bakterien demnach vor allem für ältere sowie immungeschwächte Personen. So starb vergangenes Jahr eine ältere Frau, nachdem sie ein Bad in der Ostsee genommen hatte. Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Lebererkrankungen oder Krebs hätten ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung und einen schweren Krankheitsverlauf.

Vereinzelt kam es in den vergangenen Jahren zu Todesfällen. Vibrionen können schwere Wundinfektionen auslösen, Symptome sind etwa:

  • Starker lokaler Schmerz
  • Fieber
  • Schüttelfrost

Wer mit Vibrionen kontaminierte Meeresfrüchte isst, die roh oder nur wenig gegart sind, oder kontaminiertes Meereswasser schluckt, kann sich außerdem eine Magen-Darm-Erkrankung zuziehen. Behandelt werden die Infektionen in der Regel mit Antibiotika.

Was Sie beim Verdacht auf eine Vibrionen-Infektion tun sollten, können Sie hier nachlesen.

Im Video: Jeder Mensch hat zwei Kilogramm Bakterien im Körper

Zahl der Infektionen hängt vom Wetter ab

Bisher infizierten sich nur wenige Menschen in Deutschland mit den Bakterien: In den vergangenen Jahren lag ihre Zahl laut Strauch im ein- oder niedrigen zweistelligen Bereich. Wie viele Menschen sich in diesem Jahr anstecken werden, hänge vom Wetter ab. Nach Einschätzung der Weltwetterorganisation (WMO) mit Blick auf die ersten Monate könnte das Jahr neue Temperaturrekorde bringen. Die Organisation hält einen weiteren Hitzesommer in der nördlichen Hemisphäre für möglich.


Quelle: DPA/RTL.de