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Was geschah an Bord der 'UC3 Nautilus'? Prozess gegen dänischen Erfinder Peter Madsen startet

Peter Madsen versenkte Kim Walls Leiche im Meer
Peter Madsen versenkte Kim Walls Leiche im Meer Das war die letzte SMS vor ihrem Tod 01:41

Erfinder Peter Madsen streitet alles ab

Was geschah wirklich am 10. August 2017 an Bord der 'UC3 Nautilus'? Mit dieser Frage muss sich nun ein Gericht in Kopenhagen beschäftigen. Der exzentrische Erfinder Peter Madsen muss sich für den rätselhaften Tod der Journalistin Kim Wall verantworten. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 47-Jährige die Frau an Bord seines U-Bootes gefoltert und getötet hat. Madsen selbst hüllt sich in Schweigen. "Es ist schlimm, was passierte, und davor wollte ich die Welt verschonen", erklärte er vor Gericht.

Kim Walls Leiche wurde zerstückelt und im Meer versenkt

Prozess gegen Peter Madsen
Der dänische Erfinder und U-Bootbauer Peter Madsen steht in Kopenhagen vor Gericht. © dpa, Hougaard Niels, bsc sab

Klar ist bisher nur: Die Journalistin ging am 10. August mit dem dänischen Erfinder an Bord seines selbstgebauten U-Boots. Sie wollte eine Reportage über ihn schreiben. Madsen nahm Wall mit auf einen Tauchgang. Nur Stunden später sank das U-Boot. Der U-Boot-Kapitän wurde von einem Schiff gerettet, die 30 Jahre alte Reporterin blieb verschwunden.

Wochen später wurde Walls zerstückelte Leiche ans Ufer gespült. Erst tauchten Torso und Kopf auf, später fand man auch die Beine und Arme der Frau. Erst dann gab Madsen zu, Walls Leiche zersägt und mit Metallteilen beschwert ins Meer geworfen zu haben. Ihr Tod sei aber ein Unfall gewesen, beteuerte der 47-Jährige. Doch der Erfinder verstrickte sich immer weiter in Widersprüche. Zuerst behauptete er, dass Wall den Deckel einer Luke auf den Kopf bekommen hätte. Später erzählte er den Ermittlern, sie sei im Inneren des U-Boots erstickt.

Ermittler fanden ausgerissene Haarsträhnen, eine Strumpfhose und einen Slip

Kim Wall und Peter Madsen an Bord der 'UC3 Nautilus'
Die Journalistin Kim Wall wollte eine Reportage über Peter Madsen und sein U-Boot schreiben. © dpa, Peter Thompson, hpl fpt wie sab

Wie genau die Frau starb, kann niemand mehr sagen. Die Leiche lag zu lange in der Ostsee. Die Staatsanwaltschaft geht allerdings davon aus, dass Madsen den Mord an der Journalistin sorgfältig geplant hatte. Dafür trugen die Ermittler mühsam unzählige Indizien zusammen.

Die Ermittler fanden Verletzungen am Kopf der Leiche, die darauf hindeuten, dass die Frau festgebunden wurde. Ihre Brüste und Geschlechtsteile waren völlig zerstochen. Madsen hatte für den Tauchgang extra eine Säge, Messer und spitze Schraubenzieher mitgenommen. Wozu, wenn er nicht vorhatte, Wall zu missbrauchen und zu töten? Unter Metallplatten an Bord des U-Boots fanden die Ermittler ausgerissene Haarsträhnen, eine zerfetzte Strumpfhose und den Slip, den Kim Wall am Tag ihres Verschwindens getragen hatte. Kurz vor dem Treffen mit Wall suchte Madsen noch mit den Begriffen "Enthauptung, Mädchen, Qual" nach einem Video, in dem eine Frau langsam getötet wird.

Peter Madsen galt zwar als verrückter, aber genialer Erfinder. Dass er eine Frau umbringen und ihre Leiche im Meer versenken könnte, hätten ihm wohl die wenigsten zugetraut. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Erfinder seine perversen Fantasien befriedigen wollte. Sie forderte darum Lebenslange Haft oder Sicherheitsverwahrung für den Angeklagten. Der Prozess soll bis zum 25. April 2018 dauern. Bis dahin sollen noch mehr als 30 Zeugen vor Gericht aussagen.

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