War es ein Wolf?

Tote und schwerverletzte Schafe auf Weide in Stampe gefunden

09. April 2021 - 16:18 Uhr

Schleswig-Holstein: War hier ein Wolf am Werk?

Es ist ein grausamer Anblick, der sich Schäfer Florian Szurowski am Donnerstag auf seiner Weide bietet: Drei seiner Schafe sind tot, vier weitere sind so schwer verletzt, dass er sie von ihrem Leid erlösen muss. Darunter auch ein Lamm und ein Mutterschaf. Wie es den verwaisten Lämmern geht, sehen Sie im Video.

Schäfer: „Das war die Hölle auf Erden“

Noch immer steht der 30-jährige Schäfer unter Schock: "Das war die Hölle auf Erden. Du siehst die schrecklichen Bilder, also das will man nie wieder erleben. Das ist das Schlimmste, was einem passieren kann." Er will seine Wiesen jetzt noch sicherer machen, um weitere Angriffe zu vermeiden. Dafür hat das Land Schleswig-Holstein umgehend ein Herdenschutzpaket bereitgestellt: Einen Elektrozaun, der fünf Hektar Land schützen soll. Doch die Angst bleibt: "Wenn der Wolf an die Herde ran will. Dann findet er Mittel und Wege. Man kann ihn höchstens ein bisschen abschrecken, sodass er mal einen ordentlichen Stromschlag bekommt und dann hoffentlich nicht mehr wiederkommt."

Spezialist untersucht Bisswunden

Ein Rissgutachter untersucht jetzt die toten Tiere in Neumünster, um herauszufinden, ob der Angriff von einem Wolf ausging. Sollte es sich dabei tatsächlich um das Wildtier gehandelt haben, dann wäre es der erste Wolfsangriff für Schäfer Florian Szurowski. Bislang wurden nur in der Region um Dithmarschen Wölfe gesichtet und lange Zeit ist es auch zu keinem Überfall mehr gekommen. Jens Matzen, der Wolfsbetreuer des Umweltministeriums Schleswig-Holstein, ist sich aber sicher, dass die Population nicht zugenommen hat, sondern dass im nördlichsten Bundesland seit Jahren zwischen einem und drei Wölfen leben.