Was erwartet Yussif O. nach seiner Abschiebung? So leben viele Flüchtlinge in Italien

16. Mai 2018 - 13:37 Uhr

Yussif O. wehrte sich gegen seine Abschiebung aus Ellwangen

Yussif O., der Asylbewerber aus Togo, der nur mit großem Polizeiaufwand in einer Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen gefasst werden konnte, ist nach Italien abgeschoben worden. Wenn man die Zustände sieht, unter denen viele Flüchtlinge in Italien leben müssen, kann man verstehen, dass der 23-Jährige sich mit Händen und Füßen gegen seine Abschiebung gewehrt hat.

"Das sind nun einmal verzweifelte Menschen"

Auch der Anwalt des 23-Jährigen versuchte bis zuletzt, die Abschiebung aufzuhalten. Aber Italien war das erste Land der Europäischen Union, das Yussif O. betreten hat. Laut EU-Recht darf er deswegen nur dort Asyl beantragen. Weil Unterbringung und Versorgung in Deutschland aber in der Regel besser sind, zieht es viele Menschen weiter in die Bundesrepublik – so auch Yussif O.

In Italien bekommen Flüchtlinge für maximal ein Jahr eine legale Unterkunft. Danach sind die Menschen auf sich selbst gestellt. Vielen bleibt nichts anderes übrig, als sich in leerstehenden Gebäuden oder illegalen Camps einzurichten. RTL-Reporter Udo Gümpel hat ein Viertel im Osten von Rom besucht und erschreckende Zustände vorgefunden, wie sie in seiner Videoreportage sehen.

In ihrer Not beziehen die Menschen sogar eine ausgebrannte Lagerhalle, obwohl sie einsturzgefährdet ist. Roberto Torre, der Präsident des Einwohnerkomitees in dem Viertel, hat sich schon mehrfach bei der Stadt beschwert. "Aber das sind nun einmal verzweifelte Menschen. Sie wissen nicht wohin, also bleiben sie", erklärt er resigniert.