Neue App "MeowTalk" hilft Katzenfreunden

Was meint Ihr Stubentiger eigentlich, wenn er Miau sagt?

App übersetzt Kätzisch in Menschensprache
© iStockphoto, iStock, bymuratdeniz

25. November 2020 - 12:02 Uhr

Ex-Amazon-Ingenieur will Katzenlaute verständlich machen

Katzen, sagt man, sind schwer zu durchschauen. Manchmal maunzen sie fröhlich, manchmal sauer und manchmal fordernd. Oder etwa nicht? Hand aufs Herz: So wirklich sicher verstehen wir meistens nicht, was die Katze da miaut. Der ehemalige Amazon-Ingenieur Javier Sanchez will das jetzt mit einer neuen App seines neuen Arbeitgebers Akvelon ändern. Die soll nämlich in der Lage sein, das Miauen der Katzen richtig zu interpretieren. Wir haben Sie ausprobiert - mit erstaunlichen Ergebnissen.

Menschen verstehen die Sprachbefehle der Katze nicht

Im Internet kursieren zahlreiche Hinweise, Tricks und Tipps, wie man herausfinden kann, was die Samtpfote zuhause von einem möchte, wenn es mit großen fragenden Augen maunzend vor uns sitzt. Diverse Signale, die mittels Schwanz oder durch die Position der Ohren ausgesendet werden, helfen schon mal dabei. Aber oft versteht der Katzenbesitzer die Sprachbefehle seiner Katze doch nicht so recht. Javier Sanchez hat für Amazon an der KI-Technologie Alexa gearbeitet und kennt sich mit Sprachbefehlen deswegen ganz gut aus.

App "MeowTalk" nutzt Alexa-Technologie

Warum nicht versuchen, das Ganze mal bei Katzen anzuwenden, dachte sich die Software-Schmiede Akvelon aus Washington, für die Sanchez jetzt arbeitet, und entwickelte die App "MeowTalk". "Seit 10 Jahren weiß ich, dass hinter der Vorstellung, dass Katzen ein Vokabular haben, valide Daten und seriöse Wissenschaft stehen", erzählt Javier Sanchez dem Tiermagazin BoredPanda. "Und ich wusste durch meine Erfahrungen aus der Arbeit an Alexa, dass die Technologie ja da war, um die einzigartigen Katzenlaute in menschliche Worte und Absichtsäußerungen zu übersetzen."

Anwender muss noch Übersetzungshilfe leisten

Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen möchte "MeowTalk" also den individuellen Klang des "Miaus" Ihrer Katze übersetzen. In der Beschreibung der App wird angegeben, dass jedes Miau sich von den anderen unterscheiden ließe. Den Sound für "Futter" oder "Lass mich raus" würde man dank der Anwendung jetzt deutlich erkennen können. Aber so ganz ohne menschliche Hilfe geht maschinelles Lernen dann eben doch nicht: Der Anwender soll die Übersetzungen nämlich bestätigen, wenn sich herausstellt, dass die angebotene Übersetzung tatsächlich stimmt.

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Kann die Maschine schon Mensch und Katze unterscheiden?

Kann die App erkennen, ob ein Mensch miaut oder eine Katze?
Kann die App erkennen, ob ein Mensch miaut oder eine Katze?
© MeowTalk, MeowTalk/Akvelon Inc, Akvelon Inc

Wir haben auch schon einmal den Test gemacht und uns die App heruntergeladen und installiert. Und tatsächlich, "MeowTalk" konnte ein "Hallo, ich bin's", ein "Ich bin verliebt" und ein "Ich habe Schmerzen" deutlich erkennen. Der einzige Haken: Der miauende Tester war gar keine Katze, sondern ein Mensch. Naja, die App ist ja noch ganz neu und muss erst noch Mensch von Katze unterscheiden lernen. Da sicherlich viele sich den Spaß machen, die App mal selbst anzumiauen, wird die lernende Maschine den Unterschied bestimmt bald durchschauen.

GUT ZU WISSEN: Forscher entdecken - kleine Geste wirkt auf Katzen wie ein Lächeln

Katzen wird oft vorgeworfen, sie würden die Nähe zum Menschen nur aus eigennützigen Gründen suchen – nämlich dann, wenn sie gefüttert oder gestreichelt werden möchten. Dass an diesen Gerüchten nicht viel dran ist, wissen die meisten Katzenbesitzer. Trotzdem haben auch die Samtpfoten mal ihre eigenbrötlerischen Phasen. Britische Forscher haben nun einen einfachen Kommunikations-Trick entdeckt, mit dem Sie ihrer Katze in solchen Momenten sofort wieder näherkommen können – nämlich durch eine kleine Geste, die Katzen als Lächeln deuten.