Warum Wladimir vom "durchgeknallten" Briggs verfolgt wird

26. August 2014 - 16:14 Uhr

Pulev ausknocken, Wladimir schlagen und dann an Vitali Rache nehmen - Shannon Briggs hat sich auf seine alten Tage noch einmal viel vorgenommen. In einem Interview spricht der Ex-Weltmeister über die Gründe für seine peinlichen Auftritte und seine sportlichen Pläne, die beweisen, dass der Amerikaner "etwas durchgeknallt" ist.

Shannon Briggs
Shannon Briggs bettelt förmlich um einen Fight gegen Wladimir Klitschko.
© Bongarts/Getty Images, Bongarts

Erst stürmte er eine Pressekonferenz von Wladimir Klitschko vor dessen WM-Fight gegen Alex Leapai, dann lauerte er dem Vierfach-Weltmeister beim Training in Florida auf, und jüngst tauchte Shannon Briggs in einem Restaurant in Miami auf, um von Klitschkos Pasta zu essen. "Ich bin sein Stalker, verfolge ihn", verkündet der gebürtige New Yorker nun in der 'Sport Bild': "Wo immer er ist, bin ich auch. Was er macht, mache ich auch."

Wofür sich andere Leute wohl schämen würden, macht Briggs stolz - und ein Ende ist leider nicht in Sicht. "Ich werde immer weitermachen, bis ich bekomme, was ich will: die WM-Chance", sagt der 42-Jährige, der auf jedem Ort der Welt gegen Wladimir in den Ring steigen würde. "Deutschland, meine Heimat Brooklyn. Überall. Oder auf dem Jupiter, auf dem Mars."

Dass Briggs förmlich um einen Fight bettelt, hat einen einfachen Grund: Er ist in der internationalen Box-Szene aus dem Fokus geraten. Seitdem er 2010 gegen Vitali Klitschko vermöbelt wurde, Gehirnerschütterung, Frakturen im Gesicht und ein geplatztes Trommelfell inklusive, stand er erst gar nicht und mittlerweile nur noch gegen bessere Kirmes-Boxer im Ring. Er habe nach der Niederlage gegen Vitali eine "schwere Depression" durchgemacht, so Briggs: "Meine Box-Karriere war am Ende."

Wladimir über Briggs: "Ich lasse ihn bellen"

Als Folge habe er sich auf 162 Kilogramm gefressen, von denen nun wieder 54 runter sind. "Jetzt bin ich in der besten Form meines Lebens, besser als mit 22", behauptet Briggs, der nicht müde wird, zu betonen, dass er auf "Rache" für die Lehrstunde von Vitali brennt. "Ich will, dass Wladimir vor mir am Boden liegt. Ich will, dass sein Bruder ihn aufhebt und aus dem Ring schleift. Damit will ich Vitali zum Nachdenken bringen, dass er ein Comeback gibt und noch einmal gegen mich in den Ring steigt."

Weil sich der ältere der beiden Klitschko-Brüder in der Ukraine der Politik gewidmet hat, wird der Traum von Briggs wohl einer bleiben, aber vielleicht erbarmt sich Wladimir, um dem US-Boy noch einmal eine große Bühne zu geben - was ebenfalls ausgeschlossen scheint. "Ich denke, dass er etwas durchgeknallt ist. Ich lasse ihn bellen. Je mehr ich zu ihm sage, desto mehr stachelt ihn das zu weiteren Aktionen an", erteilt Dr. Steelhammer seinem Stalker schon einmal eine Absage.

Denn Wladimir hat wichtigere Dinge zu tun, als sich mit einem gescheiterten Ex-Weltmeister abzugeben, Ende diesen Jahres steht die Pflichtverteidigung seiner Gürtel der Verbände IBF, IBO, WBO und WBA gegen den Bulgaren Kubrat Pulev auf dem Programm - obwohl dieser Kampf laut Briggs gar nicht stattfinden wird. "Ich werde Pulev bei der Pressekonferenz ausknocken und seinen Platz einnehmen. Das will die Welt sehen. Das regeln wir wie auf der Straße", so Briggs: "Ich werde die Klitschko-Maschine ausschalten. Ich habe genug von ihm" - wenn das nicht mal auf Gegenseitigkeit beruht.