Warum die Champions League künftig noch reicher macht

A giant replica of the UEFA Champions League trophy is on display in front of the Saint Sophia's Cathedral in central Kiev, Ukraine May 23, 2018. REUTERS/Valentyn Ogirenko
Der Henkelpott - das Objekt der Begierde
OGI/AP, REUTERS, VALENTYN OGIRENKO

Kleine Clubs fühlen sich benachteiligt

Die UEFA spricht von einer Evolution und nicht von einer Revolution. Das sehen viele kleine Clubs anders, die in Sachen Geldverteilung ein weiteres Auseinanderdriften beklagen.

Neues Verteilungssystem begünstigt die ohnehin Reichen

Die Champions League ist die reinste Gelddruckmaschine. Wer dort nicht regelmäßig vertreten ist, hat es national schwer und ist international chancenlos. Nicht zuletzt wegen der Königsklasse geht die Schere zwischen den großen und den kleinen Vereinen in den europäischen Top-Ligen immer weiter auseinander.

Mit dem neuen Verteilungssystem in der Champions League, das erstmals in der Saison 2018/19 greift, wird dieses Problem noch verschärft. Erstmals werden historische Erfolge wie Europapokalsiege berücksichtigt. Auch steigen die erfolgsbezogenen Einnahmen prozentual im Vergleich zum Antrittsgeld. Zudem wird das Geld aus dem Marktpool deutlich stärker nach dem Clubkoeffizienten ausgerichtet. Das heißt, dass Mannschaften, die regelmäßig in der Königsklasse vertreten sind, stärker profitieren. Durch die Reform sollen sportliche Erfolge mehr honoriert werden. Kritik kommt von den kleinen Vereinen, die zu Recht monieren, dass die reichen Clubs immer reicher werden.

Dazu trägt auch der neue Modus bei. Die vier besten Nationen in der Fünf-Jahreswertung (derzeit Spanien, England, Italien und Deutschland) haben künftig vier direkte Starter. Vorbei die Zeit der Playoff-Spiele wie in dieser Saison, als 1899 Hoffenheim auf den FC Liverpool traf und scheiterte. Der Bundesliga-Vierte Borussia Dortmund muss im August nicht mehr in die Playoffs und hat Planungssicherheit. Heißt, er kann die zu erwartenden Einnahmen aus der Champions League vorher in den ohnehin schon überhitzten Spielermarkt pumpen. Insgesamt haben 26 Teams einen fixen Startplatz, nur 6 Plätze werden noch über die fünf Qualifikationsrunden ausgespielt.

Die Rangliste der reichsten Clubs

Zwei Anstoßzeiten - zum Wohle der Fans?

Gekickt wird weiterhin dienstags und mittwochs. Allerdings gibt es in der Gruppenphase zwei Anstoßzeiten. Zwei Spiele werden um 18.55 Uhr angepfiffen, die anderen sechs um 21 Uhr. Mit den zwei unterschiedlichen Anstoßzeiten "wird den Fans die Möglichkeit gegeben, noch mehr Spiele zu sehen", hieß es in einer Mitteilung der UEFA. In Wahrheit wird es wohl darum gehen, den Fernsehanstalten noch mehr Geld abzupressen.

Für den Fernsehzuschauer in Deutschland wird sich auch einiges ändern. Nach der Übertragung des diesjährigen Finales zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool ist das ZDF erst einmal raus. Ab der kommenden Saison teilen sich Sky und der Streamingdienst DAZN die Spiele auf. Wer alle Spiele seines Lieblingsclubs sehen will, muss auf alle Fälle mehr zahlen - aber dafür ist die Champions League ja erfunden.