Warnung vor Panikmache

Bundesamt rechnet nicht mit Corona-Triagen

Laut Bundesamt für Katastrophenschutz wird es keine Corona-Triagen geben (Symbolbild).
© dpa, Sebastian Gollnow, scg vco

22. Januar 2021 - 7:59 Uhr

Katastrophenschützer warnt vor Panikmache in Medienberichten

Obwohl die Pandemie-Lage weiter angespannt ist, rechnet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe absehbar nicht mit einer Situation, in der Ärzte beim Zugang zu Beatmungsgeräten zwischen Patienten entscheiden müssen. Präsident Armin Schuster warnte darum vor Panikmache im Zusammenhang mit Medienberichten über sogenannte Corona-Triagen. "Es gibt entgegen mancher Medienberichte keine Triagen in einem deutschen Krankenhaus", sagte Schuster in der Freitagsausgabe der "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger".

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Was ist Triage?

In einer Pandemie könnten Ressourcen in Krankenhäusern wie Beatmungsgeräte knapp werden. Wenn diese Geräte an Patienten verteilt werden müssen, nennt man dieses Verteilungssystem nach festgelegten Kriterien Triage. Das Wort stammt vom französischen Verb "trier", was "sortieren" oder "aussuchen" bedeutet.

Keine Triage, wenn Corona-Regeln befolgt werden

Wenn die notwendigen Corona-Regeln beherzigt werden, sei das "Triagieren" - bekannt aus der Militärmedizin - auch weiter nicht notwendig, sagte Schuster. Sein Amt mit Sitz in Bonn habe einen Überblick über die Lage in deutschen Krankenhäusern und bekomme täglich den aktuellen Stand zu freien Kapazitäten an Intensivbetten und Beatmungsgeräten bundesweit.

Schuster sagte den Zeitungen zudem, eine dritte Infektionswelle sei auch nach ausgiebigem Impfen möglich. Noch 2021 könnten alle Deutschen geimpft sein, die das wollten: "Aber wir sollten die Gefahr einer dritten Welle nicht unterschätzen. Selbst wenn wir sehr gut impfen, könnte daraus zu früh ein gewisser Leichtsinn entstehen."

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Quelle: DPA/RTL.de