Warnstreik im öffentlichen Dienst legt Nah- und Flugverkehr lahm

10. April 2018 - 20:16 Uhr

Rund 60.000 Beschäftigte legen Arbeit nieder

Die Gewerkschaft Verdi lässt im Tarifstreit mit den Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes die Muskeln spielen. Vielerorts ging heute wenig bis gar nichts, besonders betroffen war der Luftverkehr. Mehr als 60.000 Beschäftigte sollen sich laut Verdi in acht Bundesländern am Warnstreik beteiligt haben. Bis Freitag soll es weitere Warnstreiks geben.

Ein "Warnsignal, das weh tut"

Kundgebung der verdi Köln im Rahmen des Warnstreik des öffentlichen Dienst am 10. April 2018 auf dem Heumarkt in Köln. Demonstration und Kundgebung - verdi Köln *** Demonstration of verdi Cologne in the context of the warning strike of the public ser
Mehrere tausend Teilnehmer waren zu einer Verdi-Kundgebung auf dem Heumarkt in Köln gekommen.
© imago/Manngold, Rainer Keuenhof, imago stock&people

Annullierte Flüge, geschlossene Kitas, stehende Busse und Bahnen. Der Warnstreik im öffentlichen Dienst zeigt Wirkung. Der öffentliche Nahverkehr lag in Köln, Dortmund, Essen oder Duisburg lahm. Am Flughafen Frankfurt waren 90.000 Passagiere von Flugausfällen betroffen. Auch in München und Bremen ging an den Flughäfen zeitweise nichts mehr, in Köln stoppten Streikaktionen der Flughafenfeuerwehr den Betrieb für drei Stunden. Von den Flugausfällen waren mehr als 14.500 Passagiere betroffen, teilte der Airport Köln/Bonn mit. Der Kölner Verdi-Geschäftsführer Daniel Kolle sprach von einem "Warnsignal, das weh tut".

In den nächsten Tagen sollen Flughäfen von den Streikaktionen ausgenommen sein. Dennoch müssen sich Bürger in vielen Regionen Deutschlands auf weitere Einschränkungen einstellen. Ab morgen sollen unter anderem Rheinland-Pfalz, das Saarland, der Norden Bayerns und Düsseldorf betroffen sein. Am Donnerstag soll ein ganztägiger Streik den öffentlichen Nahverkehr in Hannover zum Erliegen bringen.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Am kommenden Sonntag beginnt in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde. Wenn es nächste Woche keine Einigung in dem Tarifstreit gibt, will Verdi die Streiks massiv ausweiten. Auf einer Großkundgebung in Köln untermauerte Verdi-Chef Frank Bsirske die Forderungen. Angesichts sprudelnder Steuereinnahmen und eines milliardenschweren Haushaltsüberschusses, seien die Ziele der Gewerkschaften umsetzbar.