Kik und Rossmann schlagen Alarm

Ausbleibende Waren und steigende Preise

16. Juli 2021 - 10:00 Uhr

Benötigte Waren kommen nicht an

Kunden müssen sich demnächst auf steigende Preise einstellen. Davon gehen die Chefs von Kik und Rossmann aus. Das Problem liegt in Asien. Dort stauen sich teils die Waren in den Häfen, es fehlt an wichtigen Transportcontainern. Doch ob nun wirklich die leeren Regale drohen, das erkären wir im Video.

Stau am Hafen Yantian in Asien

Ob Kleidung oder FFP2-Masken: Deutschlands Händler wie Kik und Rossmann ordern teils Produkte aus Asien. Große Containerschiffe bringen die Ware in der Regel über die Weltmeere nach Deutschland. Doch die Corona-Pandemie erschwert das immer wieder. Nach dem Lockdown im vergangenen Jahr, ist es Mitte Mai im Süden von China zu einem erneuten Ausbruch am Hafen Yantian gekommen. Seitdem herrschen dort strikte Hygiene- und Quarantänemaßnahmen. Die Arbeiten laufen langsamer. Die Folge: Die Waren stauen sich im Hafen, können aber nicht verschifft werden.

Fehlende Ware und steigende Preise

"In der wichtigsten Zeit des Jahres fehlt uns die Ware", sagt Patrick Zahn, Chef des Textildiscounters Kik, dem "Handelsblatt". Ähnliches berichtet auch Raoul Roßmann, Chef der Drogeriekette Rossmann, dem Handelsblatt. Auch wenn es bei Rossmann nach eigenen Angaben deutlich weniger Produkte aus Asien gibt. "Daher werden die Auswirkungen für unsere Kunden gar nicht in dieser Tragweite zu spüren sein, wie die Meldungen vermuten lassen", betonte eine Sprecherin auf RTL/ntv-Anfrage. Beide Unternehmen sind sich dennoch einig. Das hat auch Auswirkungen auf die Kunden. "Der starke Anstieg bei den Frachtkosten wird auf jeden Fall zu Preiserhöhungen im Handel führen", so Roßmann.

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In vielen Bereichen wird es teurer

Im Juni klagten bereits rund 92 Prozent der deutschen Unternehmen laut einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts über Preissteigerungen bei Material und Vorprodukten. "In der Textilbranche und bei der Möbelherstellung lag der Anteil sogar bei 100 Prozent", sagt Gabriel Felbermayr. Er ist Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. Gummi- und Kunststoffwaren waren mit 99,4 Prozent kaum schwächer betroffen.

Und auf lange Sicht werden das auch die Verbraucher tragen müssen. Die Teuerungsrate dürfte in diesem Jahr laut IfW 2,6 Prozent so hoch ausfallen wie seit 2008 nicht mehr. Was bereits teurer geworden ist, das lesen Sie hier.