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„War beeindruckendes Zeichen der Solidarität“

DFB-Präsident lobt Protest-Kick

„War beeindruckendes Zeichen der Solidarität“

22.02.2020, Baden-Württemberg, Freiburg: Fußball: Bundesliga, SC Freiburg - Fortuna Düsseldorf, 23. Spieltag im Schwarzwaldstadion. DFB-Präsident Fritz Keller gibt ein Statement zum Anschlag in Hanau. Foto: Patrick Seeger/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gem
SC Freiburg - Fortuna Düsseldorf
pse hak, dpa, Patrick Seeger

Offizielle Stellungnahme am Sonntagabend

Rund 24 Stunden nach den Schmähaktionen gegen Dietmar Hopp beim Spiel der TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern in Sinsheim hat DFB-Präsident Fritz Keller offiziell Stellung dazu genommen. Der 62-Jährige unterstützt den Protest-Kick beider Mannschaften nach der Unterbrechung und rief dazu auf, sich schützend vor einzelne Personen zu stellen, die angegriffen werden.

Drei-Stufen-Plan soll konsequent eingesetzt werden

"Ich bin begeistert von der Reaktion der Mannschaften, der Verantwortlichen beider Vereine und der überwältigenden Mehrheit der Fans. Sie haben zusammengestanden, um einem Einzelnen, der erneut aus der Masse heraus herabgewürdigt wurde, beizustehen", erklärte Keller und sah darin eine klare Botschaft: "Das war ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität. Genauso sollten wir miteinander umgehen, nicht nur im Fußballstadion."

Der DFB-Präsident betonte auch den erfolgreichen Einsatz des Drei-Stufen-Plans der FIFA - die Unterbrechung des Spiels als ersten Schritt, das Verlassen des Platzes als zweite Konsequenz und schließlich als letztmögliche Maßnahme den Abbruch des Spiels.

Keller weiß aber auch, dass dieser Plan vorab nicht konsequent genutzt wurde: "Im DFB-Pokalspiel zwischen Schalke 04 und Hertha BSC hingegen hat der Schiedsrichter die rassistischen Beleidigungen gegen den Spieler Jordan Torunarigha nicht wahrgenommen, deshalb ist der Drei-Stufen-Plan hier leider nicht zur Anwendung gekommen. Unabhängig davon müssen wir selbstkritisch sagen, dass wir diese Möglichkeit der Reaktion vorher nicht konsequent genutzt haben. Aber das heißt nicht, dass wir vorher weggeschaut hätten."

Keller: Keine Hetze gegen einzelne Personen

Der DFB-Präsident reagierte auch auf die Argumente der Fan-Clubs, man wolle damit den DFB kritisieren - nicht allein Dietmar Hopp . "Dann können sie aber doch den DFB kritisieren und müssen nicht Herrn Hopp beleidigen. Wir sind harte Kritik gewohnt und können damit umgehen", so Keller.

Für ihn ist es wichtig, dass man sich auch in Zukunft gegen die Hetze gegen einzelne Personen stellt. "Wenn ein einzelner Mensch angegriffen wird, der unter diesen Anfeindungen sichtbar leidet, dann muss man sich schützend vor ihn stellen. Das sollte eine Selbstverständlichkeit und Konsens sein in unserer Gesellschaft."