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Aus Deutschland, aber nicht in Deutschland

Auch die USA lassen Corona-Impfstoff zu: Wann kommt er zu uns?

15. Dezember 2020 - 10:50 Uhr

Im Video: Darum dauert es bei uns länger mit der Impfstoff-Zulassung

Großbritannien, Kanada, Bahrain, Saudi-Arabien, Mexiko, Singapur – und jetzt auch die USA: In all diesen Ländern wurde der Corona-Impfstoff bereits zugelassen. In Deutschland müssen wir uns noch etwas gedulden – und das, obwohl der von dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelte Impfstoff sogar aus Deutschland kommt. Stellt sich die Frage: Wieso haben alle unseren Impfstoff, nur wir nicht?

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Ema für Zulassung in Deutschland zuständig

Für die Zulassung in Deutschland ist die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema zuständig. Anfang Dezember hatten Biontech und Pfizer bei der Ema einen Antrag auf die bedingte Marktzulassung ihres Impfstoffs BNT162b2 eingereicht. Eine Einschätzung dazu "könnte innerhalb von Wochen erfolgen", teilte die Ema mit. Die Agentur will nach eigenen Angaben die gesamte Weihnachtszeit über die eingereichten Daten zum Biontech/Pfizer-Impfstoff prüfen.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) werde schließlich eine Empfehlung abgeben - das soll spätestens am 29. Dezember geschehen. "Aber diese Zeitpläne könnten sich im Laufe des Bewertungsverfahrens ändern", sagte Ema-Chefin Emer Cooke.

Nutzen-Risiko-Verhältnis entscheidend bei der Zulassung

Schließlich entscheidet die Europäische Kommission aufgrund der Empfehlung der Ema, ob sie eine Zulassung erteilt oder nicht. Entscheidend hierbei ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis. Das ist auch bei einer "bedingten Zulassung" der Fall, wie Biontech/Pfizer sie beantragt haben. Diese beruht auf weniger umfassenden Daten zum Impfstoff als normalerweise üblich. Die Impfstoff-Entwickler müssen die Daten später jedoch vervollständigen.

Aber wann kann in Deutschland nun zum ersten Mal geimpft werden? Dazu macht die Ema keine konkreten Angaben. Nach einer Empfehlung könnte "binnen Tagen" eine bedingte Marktzulassung erfolgen, die dann in der gesamten Europäischen Union gültig ist. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sagte, sie rechne mit einer Verteilung eines Impfstoffes auf die EU-Länder um die Jahreswende. Biontech und Pfizer hatten Anfang Dezember die Hoffnung geäußert, dass die Prüfung ihres Antrags bei der Ema den Einsatz von BNT162b2 in Europa "noch vor Ende 2020" ermöglichen könnte. Auch Biontech-Chef Ugur Sahin geht im RTL-Interview von einer schnellen Entscheidung der EMA aus.

Notfallgenehmigung auch in Deutschland möglich

Doch könnte es noch schneller gehen? Auch Deutschland hätte wie Großbritannien und die USA eine Notfallgenehmigung für den Impfstoff erteilen können, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. "Aber wir haben uns dagegen und für einen gemeinsamen europäischen Ansatz entschieden", sagte Spahn. "Es ist sehr wichtig, dass wir dies tun, um das Vertrauen in die Genehmigung zu fördern." Es gehe nicht darum, wer Erster sei, sondern, dass man "sichere und wirksame Impfstoffe" erhalte. Spahn forderte die EU-Zulassungsbehörde aber auf, den Antrag der Firmen so schnell wie möglich zu prüfen.

Mit welchen Nebenwirkungen Menschen nach der Corona-Impfung rechnen müssen, zeigen wir hier.

Bis zu 100 Millionen Impfdosen für Deutschland

Großbritannien hat sich bislang 40 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs gesichert - genug für knapp ein Drittel der Bevölkerung, da eine Verabreichung von zwei Dosen erforderlich ist. Die EU hat Zugriff auf bis zu 300 Millionen Dosen, die Bundesregierung rechnet mit bis zu 100 Millionen Dosen für Deutschland.

Bis Ende Januar sollen allerdings nur rund vier Millionen Dosen für Bundesbürger zur Verfügung stehen, wie es aktuell heißt. Laut eines Berichts des "Spiegels" unter Berufung auf Teilnehmer der Schaltkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder am Sonntag sollen Produktionsprobleme dafür verantwortlich sein.

Es gibt auch noch weitere Impfstoff-Kandidaten den Startlöchern: Der US-Konzern Moderna hat zu Wochenbeginn ebenfalls eine bedingte Marktzulassung seines Covid-19-Impfstoffs in der EU beantragt. Bis zum 12. Januar will die Ema darüber entscheiden. Großbritannien prüft zudem eine Zulassung des Vakzins des britischen Arzneimittelherstellers Astrazeneca.

Biontech, Moderna und Astrazeneca im Vergleich: Wie sich die Corona-Impfstoffe der drei Entwickler unterscheiden, lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de/DPA/RTL.de

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