Wann kommen die Elektroautos wirklich?

11. Februar 2016 - 18:00 Uhr

Wann gibt es das Elektroauto für jedermann?

Schon lange ist die Rede vom E-Mobil. Doch wann sehen wir es wirklich auf unseren Straßen?

Bisher sind zwei Modelle im Verkauf: der Sportwagen Tesla Roadster und der auf Strom umgerüstete Fiat 500 Karabag 500. Laut ADAC soll es noch in diesem Herbst den i-MiEV von Mitsubishi und den Mercedes Vito zu kaufen geben. Im Winter folgen angeblich der Citroen C Zero und der Peugeot iON.

Doch das vermittelte Gefühl, man könne schon morgen ein modernes Elektroauto beim Händler seines Vertrauens bestellen, trügt. Zu hoch sind die Herstellungskosten, zu schlecht die sogenannte "Ladeinfrastruktur", sprich die Möglichkeiten, an öffentlichen Ladestationen sein Auto mit Strom zu laden. Das Laden des Elektroautos sollte genauso unproblematisch sein wie das Tanken eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor an Tankstellen. Dabei müssen die Stromanbieter für transparente und einfache Stromrechnungen sorgen.

Diese Infrastruktur ist noch lange nicht gegeben. Wo findet man schon öffentliche Stromzapfsäulen? Eine Übersicht bietet LEMnet Online – deutschlandweit sind es derzeit lediglich rund 675 Stück.

Bis jetzt ist alles nur Show!

Der Elektro-Gipfel der Bundesregierung im Mai war laut ADAC Präsident Peter Meyer "ein reiner Showgipfel der Industrie". Dem Verbraucher werde suggeriert, "dass die Einführung des Elektroautos praktisch vor der Tür steht". Doch zunächst müssen die Automobilhersteller erstmal an der Batterietechnik arbeiten, um das Elektroauto zu einem alltagstauglichen Fahrzeug zu machen, das in Serie zu verbraucherfreundlichen Kosten hergestellt werden kann.

Von Seiten der Politik gibt es auch noch keine konkreten Aussagen zum Thema Elektroauto und zur Förderung der Elektromobilität. Denn Elektromobilität macht nur dann Sinn, wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen, also aus Wind und Sonne, bezogen werden kann.

Ein Voranschreiten in der Entwicklung von E-Mobilen würde darüber hinaus einen Einbruch in der KFZ-Versteuerung mit sich bringen. Denn es ist ja klar, dass die Politik Fahrern von Elektroautos steuerliche Vorteile bieten muss.

Was können Elektroautos?

Wann kommen die Elektroautos wirklich?

Vor allem sollen Elektroautos die Umwelt schonen. Ob sie das wirklich tun, hängt davon ab, ob der für die Batterie benötigte Strom aus erneuerbaren Energiequellen bezogen wird. Diese Bedingung ist nach heutigem Stand allerdings noch nicht gegeben. So entweicht zwar kein CO² aus einem nicht vorhandenen Auspuff, aber die Stromerzeugung selbst produziert CO². Unterm Strich verpestet also ein Elektroauto die Luft mit ungefähr dem gleichen CO²-Anteil wie ein sparsamer Dieselmotor.

Die Leistung der einzelnen Elektroautos ist wie auch bei normalen Fahrzeugen unterschiedlich. Allerdings lassen sich schon Nachteile in der Endgeschwindigkeit, der Beschleunigung, dem Kofferraumladevolumen und der Reichweite festhalten. Die Reichweite z.B. variiert von 100 bis maximal 350 Kilometern – dann ist die Batterie leer.

Wann können Sie ein Elektroauto kaufen?

In Planung bis zum Jahr 2014 ist die Produktion von E-Mobilen aller großen Hersteller. Die Benennung der Modelle erfolgt meistens mit dem Zusatz "EV" für "Electric Vehicle" oder "Z.E." für "Zero Emission".

Mit dem Kauf eines Elektroautos sollten Sie allerdings noch (lange) warten - zu unausgereift ist die Technik, zu hoch sind die Preise. Der sportliche Tesla Roadster kostet rund 100.000 Euro, der Kleinwagen Mitsubishi i-MiEV z.B. wird ca. 50.000 Euro teuer. Also nichts für jedermann! Womit wir beim Lieblingsauto der Deutschen wären: dem VW Golf. Einen Namen hat die Elektrovariante schon: VW Golf blue-e-motion. Auf dem Markt erscheint er ab 2013. Mit 115 PS, 114 km/h Höchstgeschwindigkeit und einer Reichweite von ca.150 Kilometern – dann muss wieder nachgeladen werden. Was er kosten wird, steht noch nicht fest – aber solange Autoindustrie und Politik nicht in die Gänge kommen, wird auch der Golf nicht für jeden erschwinglich sein!