11. Juli 2019 - 19:05 Uhr

"Das Ganze wiederholt sich"

Zwei Jahre nach seinem Freispruch im Fall Niklas P., steht Walid S. wieder vor Gericht. Es geht um versuchten Totschlag, gefährliche Körperverletzung, Angriff auf Polizeibeamte, Widerstand und Beleidigung. "Es ist eigentlich genau dasselbe wie bei meinem Sohn", sagt die Mutter von Niklas P. in einem RTL-Interview, die auch im Gerichtssaal dabei war. Sie ist schockiert über den Ablauf vor Gericht. Mehr dazu im Video.

Walid S. hat gestanden

Mutter von Niklas P. zum Prozess
Die Mutter des getöteten Niklas P. ist schockiert, dass der damalige Hauptverdächtige schon wieder vor Gericht steht.
© RTL

Walid S. hat einen wehrlos am Boden liegenden Mann (26) gegen den Kopf getreten - das gesteht der 23-Jährige am Donnerstag vor dem Bonner Schwurgericht. Im RTL-Interview erklärt der Verteidiger: "Er hat eingeräumt, dass er an dem Tatabend mit dabei war, bei der Gruppierung. Er hat eingeräumt, dass es da zu Streitigkeiten gekommen ist zwischen den Zeugen und den Begleitern von ihm. Das er zunächst nicht mitbekommen hat, warum sie sich gestritten haben und das er hinterher eben auch Körperverletzungsdelikte begangen hat, bis hin, dass er auch eingeräumt hat, gegen den am Boden liegenden zwei Mal getreten zu haben. Einmal gegen den Oberkörper und einmal gegen den Kopf".

Der Mann erlitt schwere Verletzungen am Kopf. Nichtsdestotrotz plädiert Kretschmer auf Freispruch. Es sind vier Verhandlungstage bis zum 25. Juli angesetzt, bis das finale Urteil gefällt wird. Dem Angeklagten könnten bis zu zehn Jahre Haft drohen.

Im Fall Niklas war es "kein Freispruch zweiter Klasse"

Bereits vor zwei Jahren stand Walid S. als vermeintlicher Täter vor Gericht. Er soll den damals 17-jährigen Niklas P. in Bonn brutal zusammengeschlagen haben. Das Verfahren wurde jedoch aufgrund von mangelnden Beweisen eingestellt. "Es war damals kein Freispruch zweiter Klasse, wie er wohl von der Bevölkerung wahrgenommen wird, sondern das ja sehr vieles dafür spricht, dass er ja tatsächlich nicht der Täter ist und man damals auch herausarbeiten konnte", so der Verteidiger von Walid S.