Waldbrandzentrale beklagt fehlende Kooperation

Eine speziell geschulte Forstwirtinblickt in Lüneburg (Niedersachsen) auf Monitore und wertet Bilder der insgesamt 20 Waldbrandüberwachungskameras aus sechs Landkreisen aus. Foto: picture alliance / dpa/Archiv
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08. Juli 2020 - 13:33 Uhr

Die Waldbrandüberwachungszentrale der Landesforsten in Niedersachsen hat eine mangelhafte Kooperation der ostdeutschen Bundesländer beim Melden von Waldbränden beklagt. Während die niedersächsische Zentrale in Lüneburg den ostdeutschen Nachbarn jährlich Dutzende möglicher Waldbrände melde, die sie mit ihrer Technik jenseits der Grenze entdecke, kämen von den östlichen Ländern keinerlei Hinweise, sagte der Projektleiter der Waldbrandzentrale, Helmut Beuke, am Mittwoch in Lüneburg. Dabei sei das zeitige Entdecken ausschlaggebend, um Waldbrände erfolgreich zu bekämpfen.

Beuke äußerte seine Kritik bei einem Besuch von Ministerpräsident Stephan Weil und Innenminister Boris Pistorius (beide SPD). Weil erwiderte, er werde die Problematik mit den angrenzenden Bundesländern, die wie das östliche Niedersachsen besonders von Waldbränden betroffen sind, ansprechen. Beuke sagte, den östlichen Ländern seien 2018 mehr als 50 mögliche Waldbrände gemeldet worden, 2019 seien es rund 20 gewesen.

Ministerpräsident Weil betonte, dass die Waldbrandproblematik in den beiden vergangenen trockenen und heißen Jahren enorm zugenommen habe. Auch der Harz und Südniedersachsen seien nun anders als früher stark davon betroffen. Forst- und Brandschutzexperte Beuke sagte, die automatisierte Überwachung der Wälder, wie sie von Lüneburg aus für Ostniedersachsen geschehe, sei für den Harz wegen der vielen Täler kaum geeignet. Allerdings seien die Überwachungsflieger von der Heide aus in diesem Jahr bereits öfter Richtung Harz geflogen.

Quelle: DPA