Waldbrände wegbomben? Das schwedische Militär hat eine Bombe über den Brandgebieten abgeworfen

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26. Juli 2018 - 10:57 Uhr

Die Brände sind schwer zu erreichen

Die mehr als 40 verheerenden Waldbrände in Schweden dauern an. Um die teilweise sehr schwer zu erreichenden Brände zu bekämpfen, greifen die Schweden bei Älvdalen in der Region Dalarna jetzt zu außergewöhnlichen Mitteln: Das Militär hat eine Bombe über einem der Feuer abgeworfen.

Die Bombe soll den Flammen den Sauerstoff entziehen

Der Grund: Die Brände liegen teilweise in einem militärischen Übungsgelände, das nur sehr schwer zu erreichen ist. Außerdem kommt hinzu: In diesem Gebiet gibt es nicht detonierte Munition, was das Gelände noch unzugänglicher macht. Da der Brand deshalb nur sehr schwer mit anderen Mitteln zu löschen ist, musste die Bombe her.

Aber wie funktioniert das überhaupt? Bei dem Wort Bombe denkt man eher an noch mehr Zerstörung – gerade in diesem Fall handelt es sich um einen 250 bis 270 Kilo schweren Koloss! Doch die Explosion dieser speziellen GPS- und lasergesteuerten Bombe verdränge in den Brandgebieten den für die Flammen so wichtigen Sauerstoff und die Druckwelle sorge dafür, dass die Flammen im Umkreis von 100 Metern ausgingen, sagte ein Sprecher schwedischen Medien. Dies sei das erste Mal, dass man so etwas ausprobiere – bei einem ersten Probeabwurf habe das schon ganz gut funktioniert. Die Bombe wird wohl jedoch ein Einzelfall bleiben – bei anderen Bränden soll diese Methode nicht angewendet werden.

Nicht nur aus Europa kommt Hilfe – auch der Wettergott spielt wieder mit

Mehrere Feuerwehrautos aus Nienburg/Weser erreicht Älvdalen, um die schwedische Feuerwehr zu unterstützen
Die Feuerwehr in Schweden bekommt deutsche Unterstützung.
© Älvdalens kommun

Neben der Hilfe des Militärs können die Schweden auch auf andere Unterstützung zurückgreifen. In den letzten Tagen kamen nämlich einige Feuerwehrteams aus Deutschland und Polen nach Älvdalen, um die dortige Feuerwehr bei der Löschung der Brände zu unterstützen. Die Teams aus Nienburg/Weser in Niedersachsen wurden von der Bevölkerung herzlich empfangen. Denn sie ist über jede Hilfe dankbar.

Doch die Schweden müssen nicht nur auf das Militär oder die europäische Hilfe vertrauen: Ende der Woche soll es zum ersten Mal seit Wochen wieder länger regnen. Wie der Wetterdienst mitteilt, könnte der Regen die Brände etwas beruhigen.