Tausende Menschen auf der Flucht

Neue Warnstufe für Waldbrände in Kalifornien: Wind in Orkanstärke macht alles schlimmer

31. Oktober 2019 - 17:17 Uhr

Teuflische Winde verschärfen Situation

Seit Tagen wüten verheerende Waldbrände in Kalifornien, fressen sich immer weiter durch Teile des US-Bundesstaats. Nun haben teuflische Winde die Situation verschärft. Böen von bis zu 130 km/h fachen immer wieder neue Brände an. Die Flammen bedrohen immer mehr Wohnorte. Auch Promi-Villen im Nobelviertel Brentwood waren bedroht. Die dramatischen Bilder aus dem Sonnenstaat sehen Sie im Video.

Brände in Kalifornien: Fläche doppelt so groß wie San Francisco in Flammen

Flammen und Rauch am Himmel über den Metropolen Los Angeles und San Francisco: Der Gouverneur von Kalifornien hat inzwischen den Notstand ausgerufen. Hunderttausende Anwohner sind auf der Flucht, viele Dutzend Gebäude zerstört. Eine staubtrockene Landschaft, geringe Luftfeuchte und starke Winde in Orkanstärke erschweren die Löscharbeiten. Bei dieser gefährlichen Kombination breiten sich die Brände immer schneller aus.

Besonders hart hat es den Bezirk Sonoma im Norden Kaliforniens getroffen: In der Weinbau-Region nördlich von San Francisco brennt seit letzter Woche das sogenannte "Kincade"-Feuer. Orkanartige Winde hatten die Flammenwalze in Gang gesetzt, mehr als 300 Quadratkilometer Land hat sie schon verkohlt – eine Fläche doppelt so groß wie San Francisco. Mehr als 180.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. "Das ist die größte Eavkueriung, an die sich jemand von uns im Büro des Sheriffs erinnern kann", twitterte das Sheriffbüro von Sonoma County. Mindestens 120 Gebäude wurden zerstört, weitere 90.000 sind bedroht. Und der Brand wird immer schlimmer. Was da an Feuer anrückt, ist wirklich gewaltig.

Ein kleinerer, aber nicht weniger gefährlicher Brand wütet in Südkalifornien: Wegen des sogenannten "Tick"-Feuers in Südkalifornien mussten zwischenzeitlich 40.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Viele Betroffene konnten inzwischen wieder zurückkehren, das Feuer ist zum großen Teil unter Kontrolle.

Strom wird vorsorglich abgeschaltet

Die Waldbrände in dem Westküstenstaat haben bereits Dutzende Gebäude zerstört und Hunderttausende Menschen wegen vorsorglicher Stromabschaltungen im Dunkeln sitzen lassen. Mit den gezielten "Blackouts" soll verhindert werden, dass durch den Wind beschädigte Leitungen Funken schlagen und dadurch - wie schon mehrfach geschehen - Brände auslösen. Dies hat auch Kritik an den Stromversorgern laut werden lassen.

Kalifornien kämpft nicht zum ersten Mal gegen Flammen

Brände zu dieser Jahreszeit sind in Kalifornien nichts Unübliches, denn die Santa-Ana-Winde wehen dann besonders stark. In der Gegend um San Francisco werden sie auch Diablo-Winde genannt - Teufel heißt das auf Spanisch. Hinzu kommen die lange Trockenheit und hohe Temperaturen, ein Mix, der das Ausbreiten von Flammen begünstigt.

Vor fast einem Jahr, am 8. November 2018, hatte das verheerende "Camp"-Feuer den Ort Paradise nördlich von San Francisco fast völlig zerstört. 85 Menschen starben, Zehntausende wurden obdachlos. Es war das Feuer mit den meisten Opfern in der Geschichte des Bundesstaates.