Feuer im Amazonasgebiet

70 Brandstifter sollen sich bei WhatsApp zum Zündeln verabredet haben

Das Amazonasgebiet brennt.
© dpa, Eraldo Peres, nwi

26. August 2019 - 13:33 Uhr

Waldbrände im Amazonas: Brandstiftung im Chat geplant?

Das Amazonasgebiet versinkt im Feuer. Schon mehr als 79.000 Brände wurden in Brasilien registriert. Sie zu löschen erweist sich für die Einsatzkräfte als Sisyphusarbeit. Wie die brasilianische Zeitschrift "Globo Rural" berichtete, sollen sich mehr als 70 Personen in einem WhatsApp Chat zur Brandstiftung verabredet haben.

Neue Weidefläche schaffen

Ziel der koordinierten Aktion sei gewesen, den rechten Präsidenten Jair Bolsonaro bei seinem Plan zu unterstützen, die Umweltkontrollen zu lockern, hieß es in dem Bericht. Nach Einschätzung von Naturschützern werden die meisten Brände von Farmern gelegt, um neue Weideflächen für ihr Vieh zu schaffen. Da es momentan in der Region ungewöhnlich trocken ist, greifen die Brände immer wieder auch auf intakte Waldflächen über. 

Amazonasregion mit wirtschaftlichem Wachstumspotenzial

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar hat die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur "INPE" um 82 Prozent zugenommen. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz. Auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Umweltschützer werfen dem rechten Präsidenten Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Staatschef hat immer wieder klar gemacht, dass er die Amazonasregion vor allem mit ungenutztem wirtschaftlichem Potenzial verbindet.

Neben Brasilien sind auch Boliven und Peru betroffen. Sechs der neun Bundesstaaten haben das Militär zu Hilfe gerufen. Auf dem G7-Gipfel im französischen Biarritz haben sich die Staatschefs darauf geeinigt, die Länder im Kampf gegen die Flammen zu unterstützen. Mehr dazu im Video oben.