"Die Lunge unserer gesamten Erde ist betroffen"

Verheerende Waldbrände am Amazonas: Merkel sichert bei G7 Hilfe zu

26. August 2019 - 11:13 Uhr

Armee kämpft gegen Flammen

Inzwischen haben sich die verheerenden Brände im Amazonas-Gebiet auf mehrere Länder ausgeweitet. Neben Brasilien sind auch Boliven und Peru betroffen. Sechs der neun Bundesstaaten haben das Militär zu Hilfe gerufen. Auf dem G7-Gipfel im französischen Biarritz haben sich die Staatschefs darauf geeinigt, die Länder im Kampf gegen die Flammen zu unterstützen.

Brasilien: Größter Löscheinsatz in der Geschichte

RTL-Reporter Oliver Beckmeier berichtet aus der Katastrophenregion.
RTL-Reporter Oliver Beckmeier berichtet aus der Katastrophenregion.
© RTL

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Lange hat er gezaudert, jetzt hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro doch Streitkräfte in das Katastrophengebiet am Amazonas geschickt. Darüber hinaus stehen Zehntausende Soldaten zur Unterstützung bereit. Wie sie gegen das Feuer kämpfen und wie RTL-Reporter Oliver Beckmeier den Einsatz erlebt, sehen Sie im Video.

Seit Januar nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE um 82 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 79.000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

G7 sichert Brasilien Hilfe zu

Staatschefs G7-Gipfel Biarritz Frankreich
Die sieben großen Industrienationen (G7) sind sich weitgehend einig, den von den Waldbränden betroffenen Ländern zu helfen.
© REUTERS, Philippe Wojazer, SAA/JAS

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte als Gastgeber des G7-Gipfels die Waldbrände wegen der Bedeutung des Amazonasgebiets für den Klimawandel spontan auf die Tagesordnung gehoben. Die G7-Länder wollten sich weiter abstimmen, um den betroffenen Ländern rasch zu helfen, kündigte Macron an. Es gehe um "technische und finanzielle Mittel" und Hilfe bei der Aufforstung.

Nach Löschung der Waldbrände im Amazonasgebiet will Bundeskanzlerin Angela Merkel die betroffenen Länder in Südamerika bei der Wiederaufforstung unterstützen. "Die Lunge unserer gesamten Erde ist betroffen und deshalb müssen wir hier auch gemeinsame Lösungen finden". Merkel traf sich auch mit dem chilenischen Präsidenten Sebastian Pinera, um über die Waldbrände zu beraten. Dabei ging es unter anderem darum, wie man den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro dazu bringen kann, internationale Hilfe zu akzeptieren.

Macron betonte, dass man die Souveränität Brasiliens respektieren müsse. Aber es handele sich um ein internationales Problem, das neun Staaten allein in Südamerika betreffe. Umweltschützer werfen Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem Brandrodungen geduldet werden.