Brasiliens Regierungschef stellt These auf

Bolsonaro: Umweltschützer schuld an Amazonas-Bränden

23. August 2019 - 10:50 Uhr

Waldbrände im Amazonas: Schwarzer Regen im 2.000 Kilometer entfernten Sao Paulo

Im brasilianischen Regenwald wüten schwerste Brände, viele Menschen machen sich große Sorgen. Der Präsident des Landes gehört nicht dazu. Jair Bolsonaro stellt die absurd anmutende These auf, Umweltschützer könnten hinter der jüngsten Serie von Waldbränden in der Amazonasregion stecken. Beweise für seine Behauptungen legte er nicht vor.

Jair Bolsonaro: "Das ist der Krieg, in dem wir uns befinden“

HANDOUT - 14.08.2019, Brasilien, Chapada dos Guimaraes: Auf diesem vom Chico Mendes Institut zum Schutz der Artenvielfalt zur Verfügung gestellten Bild beobachtet eine Gruppe die Flammen bei einem Waldbrand im Naturpark Chapada dos Guimaraes. Seit Wo
Gewaltige Brände wüten im Amazonas-Gebiert.
© dpa, Christian Niel Berlinck, flm

Der wegen rassistischer und populistischer Äußerungen umstrittene Politiker sagte: "Wir nehmen den Nichtregierungsorganisationen ihre Zuschüsse, wir haben die Überweisungen der Regierungsstellen eingestellt. Jetzt fehlt ihnen das Geld." Daher könne es sein, "dass diese Organisationen gegen mich persönlich und die brasilianische Regierung vorgehen. Das ist der Krieg, in dem wir uns befinden."

Brandrodungen haben dramatisch zugenommen

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar haben die Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zugenommen.

Im fast 2.000 Kilometer von den Brandherden entfernten São Paulo hatte sich zuletzt mitten am Tag der Himmel verdunkelt. Bewohner der Millionenmetropole berichteten von schwarzem Regen. Untersuchungen von zwei Universitäten bestätigten, dass das Regenwasser Brandrückstände enthält, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.