User können politische Werbung künftig ausschalten

Facebook stellt neue Funktion gegen Meinungsmache vor

© dpa, Christophe Gateau, OZ blo

18. Juni 2020 - 15:01 Uhr

Mehr Entscheidungsfreiheit für Facebook-Nutzer

Facebook gilt als Nährboden für politische Wahlbeeinflussung und polarisierende Meinungsmache. Das soziale Netzwerk will seinen Nutzern jetzt mehr Macht geben: Künftig kann jeder User selbst entscheiden, ob er politische Anzeigen sehen will oder nicht. Diese Art von Werbung will der Konzern nun auch eindeutig als solche kennzeichnen.

Sorge vor Beeinflussung im US-Wahlkampf

Facebook verschärft seine Regeln mit Blick auf politische Anzeigen: Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg hat angekündigt, den Nutzern die Option zu geben, politische Anzeigen ganz abzuschalten. Bevor diese Funktion auch in Deutschland startet, beginnt das soziale Netzwerk mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen jedoch in den USA, um mögliche Stimmungsmache im Wahlkampf einzudämmen.

Trotzdem zeigt Facebook auch weiter politische Werbung, die Falschaussagen enthält. Damit wolle man die freie Meinungsäußerung fördern, so Zuckerberg. In einem Gastbeitrag für die Zeitung "USA Today" schrieb er, man sollte Wählern vertrauen, ihr eigenes Urteil zu fällen, weshalb Facebook eine "möglichst offene Plattform" bleiben sollte.

Anderen Netzwerke gehen härter vor

Während Facebook seinen Nutzern nun die Wahl lässt, hat der Kurznachrichtendienst Twitter politische Anzeigen sogar ganz verboten. Der Internetkonzern Google lässt sie weiter zu, hat die Möglichkeit zur gezielten Ansprache von Nutzern aber eingeschränkt.

Für die Netzwerke sind politische Botschaften längst ein sensibles Thema: Twitter hat erstmals Beiträge von US-Präsident Donald Trump als nicht wahrheitsgemäß markiert. Snapchat kündigte an, Trumps Konto nicht weiter an prominenter Stelle zu platzieren.