Wahl in Frankreich: Angst vor Zwischenfällen wächst

A dancer attends a photo shooting as activists from the environmentalist group Greenpeace unfurl a giant banner on the Eiffel Tower which reads "Liberty, Equality, Fraternity" in a call on French citizens to vote against the National Front (FN) presi
Diese Tänzerin hatte gerade ein Fotoshooting, als Greenpeace-Aktivisten ihr Protestplakat zur Wahl entrollen.
GFM/CDC, REUTERS, GONZALO FUENTES

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Kurz vor der Stichwahl um das französische Präsidentenamt zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen wächst die Sorge vor Zwischenfällen. Der Pariser Polizeichef berief zudem eine Dinglichkeitssitzung ein, nachdem es Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace gelungen war, am helllichten Tag ein Transparent mit der Aufschrift "Liberte, Egalite, Fraternite" (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) am Eiffelturm anzubringen.

Im Frankreich herrscht der Ausnahmezustand - nicht nur zur Wahl

Marine Le Pen, French National Front (FN) party candidate for 2017 presidential election, is protected by bodyguards as eggs are thrown by demonstrators during her arrival in Dol-de-Bretagne, France, May 4, 2017.   REUTERS/Stephane Mahe
Le Pen ging gerade noch rechtzeitig in Deckung.
SAA/JS, REUTERS, STEPHANE MAHE

Am Sonntag sind 47 Millionen Franzosen zur Wahl aufgerufen. Das Thema Sicherheit spielte im Wahlkampf eine große Rolle, nachdem in den vergangenen zwei Jahren bei Anschlägen von Islamisten mehr als 230 Menschen getötet wurden. Seither herrscht in Frankreich der Ausnahmezustand.

Auch bei einem Auftritt Le Pens kam es zu einem Zwischenfall: Beim Besuch eines Unternehmens in der Bretagne protestierten etwa 50 Menschen lautstark gegen die Rechtspopulistin. Sie riefen "Marine, hau ab!" oder "Bretagne ohne Faschisten". Dann warfen sie Eier auf die Politikerin. Während Le Pen unbeschadet in Sicherheit gebracht werden konnte, wurde einer ihrer Bodyguards getroffen.

Proteste gegen Le Pen

Ein Polizist geht am 05.05.2017 in Saint Jean Pied De Port (Frankreich) an den Wahlplakaten von Emmanuel Macron (l) und Marine Le Pen (r) vorüber. Foto: Bob Edme/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Viele Franzosen sind auch so kurz vor der Wahl noch unentschlossen.
BE abl, dpa, Bob Edme

Am letzten Tag des französischen Wahlkampfs hat die Rechtspopulistin Marine Le Pen die Kathedrale von Reims im Nordosten des Landes besucht. Ein symbolträchtiger Ort: Die Kathedrale war jahrhundertelang Krönungsstätte der französischen Könige. Der Besuch war nicht auf der Agenda der Kandidatin angekündigt worden und wurde von Protesten begleitet. Le Pens Gegenkandidat, Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, besuchte den südfranzösischen Ort Rodez.

Einer von beiden wird das neue französische Staatsoberhaupt. Dieses Amt zählt zu den mächtigsten in Europa. Im Video erklären wir Ihnen dazu, was Sie wissen müssen.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

EU-Freund Macron liegt in Umfragen klar vorn

dpatopbilder - Der sozialliberale Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron (M) begrüßt am 05.05.2017 in Rodez (Frankreich) auf einer Wahlkampfveranstaltung seine Anhänger. Die Franzosen wählen am 07. Mai in einer Stichwahl ihr neues Staatsoberhaupt.
Macron hat gut lachen - in Umfragen liegt er klar vorn
BC pat, dpa, Christophe Ena

Kurz vor dem Finale der französischen Präsidentenwahl kann Macron mit einer deutlichen Mehrheit rechnen. Eine Befragung von Ipsos/Sopra Steria sah Macron nach dem einzigen TV-Duell der beiden Kandidaten bei 61,5 Prozent, Le Pen bei 38,5 Prozent der Stimmen.

Allerdings äußerten 17 Prozent der Befragten, die ins Wahllokal gehen wollen, keine Wahlabsicht. Die Frage, wie viele und welche Wähler sich enthalten könnten, gilt als Unsicherheitsfaktor für die Stichwahl am Sonntag.