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Waffenruhe in Gaza abgelaufen: Hamas feuert wieder Raketen auf Israel

Waffenruhe in Gaza abgelaufen: Hamas feuert wieder Raketen auf Israel

Tausende im Gazastreifen auf der Flucht

Kurz nach Ablauf der 72-stündigen Feuerpause im Gaza-Krieg haben radikale Palästinenser wieder Raketen auf Israel gefeuert. Eine Verlängerung der Waffenruhe mit Israel lehnte die Hamas ab. Israel reagierte auf die Raketen und griff Gaza wieder an. Die Verhandlungen zwischen Palästinensern und Israelis in Ägypten sind offenbar gescheitert.

Israel greift Gaza als Reaktion auf den Angriff der Hamas an.
Israel erwidert die Raketen aus Gaza mit einem Gegenangriff.
REUTERS, AMIR COHEN

"Die israelische Armee antwortet mit voller Kraft", berichtete RTL-Reporter Oliver Beckmeier aus der israelischen Grenzstadt Sderot. Die Luftangriffe richteten sich auf "Terror-Ziele", teilte das Militär mit. 15 Ziele wurden im Gazastreifen aus der Luft angegriffen. Dabei wurde nach palästinensischen Angaben ein zehnjähriges Kind getötet, zudem gab es mindestens elf Verletzte.

Zuvor feuerte die Hamas Raketen auf israelisches Gebiet ab. "Aus dem nördlichen Gazastreifen ist erneut eine Rakete abgefeuert worden. Sie flog Richtung Israel und wurde über uns abgefangen" beschrieb Beckmeier einen Angriff. Tausende Menschen im Gazastreifen seien aus Angst vor Angriffen auf der Flucht. Auch Israel warnte seine Bürger. Bewohner im Grenzgebiet sollten sich immer in der Nähe von Bunkern aufhalten.

Israel setzt Verhandlungen aus

Die indirekten Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenrufe zwischen Israel und der Hamas in Kairo sind fehlgeschlagen. Die israelische Seite setzte die Gespräche aus. "Israel führt keine Verhandlungen unter Feuer", begründete ein israelischer Regierungsbeamter. Dagegen rief Ägypten die Konfliktparteien zu einer neuen Waffenruhe auf. Bei den Gesprächen seien Fortschritte erzielt worden, teilte das Außenministerium in Kairo mit. "Bei der großen Mehrheit der für die Palästinenser wichtigen Streitfragen wurde eine Einigung erzielt, und nur ganz wenige Punkte blieben ohne Lösung." Dies hätte nach Einschätzung Ägyptens zur Einigung auf eine weitere Waffenruhe führen müssen.

Die Fronten scheinen jedoch verhärteter zu sein als je zuvor. Die Palästinenser fordern eine Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens. Neben einer Aufhebung von Einschränkungen bei der Geldüberweisung und einer Ausweitung der Fangzone für Fischer bestehen sie auf dem Bau eines See- und Flughafens in Gaza. Außerdem sollen Häftlinge in Israel freigelassen werden. Israel fordert als Bedingung für einen Wiederaufbau des zerstörten Gazastreifens eine Entmilitarisierung des schmalen Küstengebiets und eine Entwaffnung der militanten Organisationen. Dies lehnt die Hamas bislang kategorisch ab.

Israel wirft der Hamas vor, die Waffenruhe gebrochen zu haben und bereits vor Ablauf der Frist zwei Raketen auf ihr Land gefeuert zu haben. Die Hamas widersprach dieser Darstellung. Israel wolle nur "Verwirrung stiften", erklärte Sprecher Abu Suhri. Der militärische Flügel der Organisation, die Al-Kassam-Brigaden, hatte bereits am Donnerstagabend mit Angriffen auf Israel gedroht, sollten die Forderungen der Palästinenser nicht erfüllt werden. Dann gehe die "Schlacht" weiter, sagte Sprecher Abu Obaida im Hamas-eigenen Fernsehsender Al-Aksa.